Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern beläuft sich die Moorfläche auf ca. 300.000 ha, was etwa 12 % der Landesfläche umfasst.

Erste großflächige Entwässerungsmaßnahmen erfolgten Mitte des 18. Jahrhunderts. Nachdem zuvor Moorflächen nur sporadisch für die Gewinnung von Grobheu für die Pferdehaltung genutzt wurde, konnte nun auch Futter für die Rinderhaltung erzeugt werden. Mit Entwässerungs- und Meliorationsmaßnahmen in den 1970ern wurde intensiver Futterbau auf Moorstandorten etabliert. Diese Nutzung führte u.a. zu Torfabbau und erhöhten Treibhausgasemissionen. Nach der Wende wurde die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren neu beurteilt, da die Tierbestände rückläufig waren, Ansprüche an die Futterqualität stiegen und wasserwirtschaftliche Anlagen sich in schlechtem Zustand befanden. Heute sind über die Hälfe der Moorflächen in land- und forstwirtschaftlicher Nutzung. Diese Flächen sind für fast 90 % der jährlichen Treibhausgasemissionen von etwa 6,2 Mio. t CO2-äqu verantwortlich. Es muss also eine Änderung der Bewirtschaftung der betroffenen Flächen herbeigeführt werden um eine Reduktion der Emissionen zu erreichen.

Seit dem Jahr 2000 verfügt das Land über ein Moorschutzkonzept. Zur Umsetzung des Konzepts werden Projekte zur Anhebung des Wasserstandes in verschiedenen Gebieten (z.B. im Peenetal) realisiert. Ziel ist auf einem Teil der Fläche eine natürliche Entwicklung ohne Nutzung, auf den weniger nassen Flächen eine extensive, den erhöhten Wasserständen angepasste landwirtschaftliche Nutzung. Die bisherige Umsetzung hat dabei bereits zu einer Treibhausgasminderung von rund 300.000 t CO2-äqu. pro Jahr (Stand 2008) geführt. 2009 wurde das Moorschutzkonzept fortgeschrieben. Oberster Grundsatz ist das Freiwilligkeitsprinzip, was zum Beispiel die Landschaftspflegeverbände verkörpern. Freiwilligkeit bei den Akteuren ist eine wichtige Voraussetzung z.B. zur Zustimmung für die Änderung von Wasserständen, aber auch für die Teilnahme an Programmen zur klima- und naturschutzgerechten Grünlandnutzung oder für den Rückzug der Landwirtschaft von schwer nutzbaren Flächen.

https://www.lung.mv-regierung.de/dateien/moorschutzkonzept_2009.pdf

Weitere Informationen zum Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie auf den Seiten des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG)

https://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/natur/lebensraumschutz_portal/moorschutz.htm

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DVL-Landesbüros Moor und Klima Mecklenburg-Vorpommern und der Landschaftspflegeverbände beraten Sie gerne zur angepassten Nutzung von Moorflächen.

http://www.lpv.de/verbaende-vor-ort/mecklenburg-vorpommern.html

 

 

Landschaftspflegeverbände und Moorschutz

Ein Schwerpunkt der LPV in Mecklenburg-Vorpommern ist die Wiedervernässung und Pflege von naturschutzfachlich wertvollen Feuchtgebieten. Die Aktivitäten reichen von Renaturierung von Söllen und meliorierten Moorstandorten zu Landschaftspflege von feuchten Standorten. Hier werden zwei Beispiele vorgestellt.


LPV Rügen

Der Landschaftspflegeverband Ostrügen e.V. (heute LPV Rügen) wurde 1994 als Träger des Naturschutzgroßvorhabens „Ostrügensche Boddenlandschaft“ gegründet. Ziel des chance.natur Projektes war es, Teile der Insel Rügen mit herausragender Bedeutung für den Naturschutz zu sichern und zu entwickeln. Auf Grundlage des im Rahmen des Projekts entwickelten Pflege- und Entwicklungsplans wurden Biotope auf eigens angekauften Flächen renaturiert. Unter anderem wurde der Wasserhaushalt von meliorierten Moorflächen angepasst. In der vermoorten Ossen-Niederung soll z.B. das natürliche Wasserregime weitgehend wiederhergestellt werden. Dazu soll schrittweise eine Ausspiegelung mit dem Wasserstandsniveau eines benachbarten Boddens erfolgen. Die Wasserfläche des Ossen soll so von zurzeit etwa 55 ha auf etwa 130 ha vergrößert werden. Nach der Anhebung des Wasserstandes ist weiterhin eine extensive Grünlandnutzung durch ortansässige Landwirte geplant. Auch nach Ende des chance.natur-Projektes sichert der LPV Rügen die Verstetigung der Maßnahmen.

Der Verband hat sich durch das Naturschutzgroßprojekt als verlässlicher Partner bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen etabliert. Seit der Gründung wurden zahlreiche weitere Wiedervernässungsmaßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus unterstützt der Verband die Kommunen des Landkreises bei Ausgleich- und Ersatzleistungen, bei Vorhaben zu Natur- und Landschaftspflege und bei der Entwicklung von naturnahen Tourismusangeboten.

http://lpv-ruegen.de/


LPV Nordwest-Mecklenburg

Der Landschaftspflegeverband Nordwestmecklenburg wurde 1993 gegründet. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind die Mitwirkung bei der Umsetzung von Natura-2000-Projekten, die Umsetzung von klassischen Landschaftspflegemaßnahmen sowie Erhalt und Entwicklung ökologisch bedeutsamer, historischer Kulturlandschaften im Nordwesten Mecklenburgs durch EU und Landesmittel.

Für sein Projekt „Tümpel im Grünen – Lebensraum für Molch und Unke“ wurde der LPV 2015 mit dem Landschaftspflegepreis ausgezeichnet.

Das FFH-Gebiet „Kleingewässerlandschaft westlich von Dorf Mecklenburg“ ist 720 ha groß und wird überwiegend als Acker und Grünland genutzt. Neben Kleingewässern ist es durch vielfältige Gehölzstrukturen geprägt. Kammmolch (Triturus cristatus) und Rotbauchunke (Bombina bombina) waren hier nahezu ausgestorben. Zusammen mit Landwirten, Eigentümern und Kommunen sanierte der Landschaftspflegeverband Nordwestmecklenburg zwischen 2009 und 2014 insgesamt 28 Sölle und Moore innerhalb des FFH-Gebietes. Jedes Gewässer ist individuell gestaltet worden. Die überwiegende Zahl der "Tümpel" wurde bis auf den Mineralboden ausgebaggert. Bei fast allen Gewässern wurden die Begleitgehölze in Teilen beseitigt, um die Beschattung zu reduzieren. Alte Kopfweiden nahm man wieder in Pflege, um deren „Charakterköpfe“ im Landschaftsbild zu erhalten. Vereinzelt wurden Gräben wieder ausgeformt, um den kontrollierten Abfluss des Wassers über die Zielwasserstände zu gewährleisten. Denn sowohl die Amphibien als auch der wirtschaftende Mensch sollen im Gebiet künftig ihr Auskommen haben, das war Grundsatz bei dem Projekt des LPV. Die Flächen um die „Tümpel im Grünen“ werden, ohne Pflanzenschutz- und Düngemittel, weiterhin landwirtschaftlich genutzt.

Die Renaturierungen der Kleingewässer sind zu 100 % aus Landes- und EU-Mitteln des Landwirtschaftsfonds für den ländlichen Raum (ELER) finanziert worden.

http://www.lpv.de/der-dvl/deutscher-landschaftspflegepreis/preistraeger-2015.html

 

 

Fördermöglichkeiten Mecklenburg-Vorpommern

Foerdermoeglichkeiten_MV.pdf | 221 kB

 

Die Mitarbeiter*innen des DVL-Landesbüro Moor und Klimaschutz unterstützen Gründungsinitiativen, die den Moorschutz in ihrer Region kooperativ voranbringen wollen. Weitere Informationen zur Gründung von Landschaftspflegeverbänden finden Sie hier.

Über die Richtlinie zur Förderung von Projekten der Landschaftspflege (PdLRL M-V) erhalten Landschaftspflegeverbände Zuwendungen für Projekte. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern.

http://www.wald-mv.de/Forstbehoerde/Finanzielle%E2%80%93Foerderung/Landschaftspflege/

Foto: Schoerner

Kontakt

DVL-Landesbüro Moor und Klima Mecklenburg-Vorpommern

Sergey Babiychuk
Torgelower Straße 14
17192 Neu Schloen

Tel.: 039934 - 873616
Fax: 039934 - 873616 (bitte vorher telefonisch Bescheid geben)
E-Mail: s.babiychuk@lpv.de

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de
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