Landschaftspflegeverbände und Moorschutz

In komplexen Bereichen wie dem Moorschutz ist es wichtig, alle beteiligten Akteur*innen von Anfang an mit einzubeziehen. Kooperativ arbeitende Verbände, wie die Landschaftspflegeverbände (LPV) bieten sich hier als Vermittler an, um gemeinsam Nutzungskonzepte zu entwickeln und durchzuführen. In der Verbandsführung der LPV arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz gleichberechtigt zusammen. Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen werden frühzeitig mit den Akteur*innen abgestimmt. So können mögliche Konflikte vermieden und die Akzeptanz vor Ort gesteigert werden.

Wie Landschaftspflegeverbände sich im Moorschutz engagieren stellen wir an zwei Beispielen vor:

Die Landschaftspflegeverbände als Partner der Allgäuer Moorallianz

Das Naturschutzgroßprojekt Allgäuer Moorallianz widmet sich in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Grundeigentümern und Landnutzern dem Erhalt und der Wiederherstellung intakter Hochmoore und Streuwiesen. Als chance.natur-Projekt mit Förderung des Bundes und des Freistaats Bayern hat sie sich zum Ziel gesetzt, umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen umzusetzen und unsere besondere Allgäuer Moorlandschaft für kommende Generationen zu bewahren. Dabei arbeitet die Allgäuer Moorallianz auch mit den Landschaftspflegeverbänden des Allgäus zusammen.

Zur nachhaltigen Inwertsetzung eines der charakteristischsten Kulturlandschaftselemente des Projektgebiets – der (Niedermoor-) Streuwiesen - wurde in Trägerschaft der Allgäuer Landschaftspflegeverbände das Projekt „Nachhaltige Moornutzung und Streuebewirtschaftung“ umgesetzt. Federführend übernahm der Landschaftspflegeverband Ostallgäu die Koordination. Ziel war es, einen Absatzmarkt für das anfallende Mahdgut der Streuwiesen – die „Streue“ – zu schaffen und damit die Streuwiesen im Projektgebiet wieder in Betrieb zu nehmen bzw. zu optimieren. Das Projekt lief von Juni 2013 bis August 2016 und wurde anfangs über LEADER, später über chance.natur gefördert. Insgesamt wurden fast 10.000 Dezitonnen Streue vermittelt und somit eine Alternative zum teurer gewordenen Stroh geschaffen, die der heimischen Biodiversität zu Gute kommt. Die Landschaftspflegeverbände und Naturschutzbehörden des Allgäus werden die Vermittlung von Streue auf Grundlage der gewonnen Kontakte und Erkenntnisse auch weiterhin fortführen.

Das Projekt „Modellprojekt nachhaltiges Grabenmanagement“ lieferte in Zusammenarbeit mit dem LPV Ostallgäu Erkenntnisse zum Umgang mit Entwässerungsgräben an Streuwiesen, die als naturschutzfachlich hochwertige Flächen von zentraler Bedeutung für das Naturschutzgroßprojekt Allgäuer Moorallianz sind. Zahlreiche Flächen wurden wegen des nassen Bodens in der Vergangenheit melioriert, was zum Verlust der Artenvielfalt geführt hat. Das Projekt erprobte Anstaumaßnahmen mit mobilen Stauwehren und konnte zeigen, dass Landwirte unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes eine wirtschaftliche, aber dennoch beide Seiten zufriedenstellende Bewirtschaftung der Flächen umsetzen können. Der LPV Ostallgäu übernahm als Auftragnehmer sowohl die vorbereitenden Arbeiten als auch das anschließende Monitoring. Das Projekt endete 2016. In einem neu abgeschlossenen Werkvertrag werden ausgewählte Stauwehre weiterhin durch den LPV Ostallgäu betreut. Auch der LPV Lindau engagiert sich weiterhin in Eigenregie bei der Betreuung eines im Rahmen des Projektes installierten mobilen Stauwehres.

Die Landschaftspflegeverbände Ostallgäu e.V. und Kempten-Oberallgäu e.V. übernehmen im Auftrag der Moorallianz immer wieder Pflegemaßnahmen oder setzen arbeitsteilig Maßnahmen im Projektgebiet um, bspw. mit Mitteln des Klimaschutzprogramms Bayern 2050.

www.moorallianz.de

ARGE Donaumoos

Der Landschaftspflegeverband Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos (ARGE Donaumoos) arbeitet seit 25 Jahren erfolgreich an der Wiedervernässung und Pflege der Niedermoorgebiete im Schwäbischen Donaumoos, einer Moor- und Auenlandschaft an der Donau östlich von Ulm. Als erste Organisation in Bayern bekam die ARGE Donaumoos dort ein Wasserrecht zur großflächigen Wiedervernässung des Niedermoores „Leipheimer Moos“. Gelingen konnte dies nur durch die frühzeitige Einbeziehung der ortsansässigen Landwirt*innen. Die ARGE Donaumoos unterstützte deshalb auch die naturnahe Nutzung von Grünland z. B. durch Beweidung und die Umwandlung von Acker in Grünland finanziell und entwickelte das „Betriebsfördermodell Schwäbisches Donaumoos“ zur Förderung einer angepassten Bewirtschaftung von Moorböden.

Die ARGE Donaumoos betreut beispielsweise 50 ha Ökokontoflächen der Stadt Leipheim im Umfeld des wiedervernässten Leiheimer Moos. Acker wurde in extensives Grünland umgewandelt. Örtliche landwirtschaftliche Betriebe übernehmen die „Pflegeleistung“. Heute grasen Wasserbüffel auf einem ehemaligen Maisacker und Schottische Hochlandrinder auf Wollgras-Wiesen.

Neben Renaturierung und Pflege der Moorflächen spielt auch das Naturerlebnis eine große Rolle im Donaumoos. So wurden Rad-und Wanderwege und Beobachtungsplätze eingerichtet und die Einrichtung der Umweltstation „mooseum“ initiiert.

http://www.arge-donaumoos.de/index.php?id=1

Sie haben Interesse an der Gründung eines Landschaftspflegeverbandes? Dann finden Sie hier weitere Informationen.

Foto:Erich Herrmann
Foto: Roggenthin
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de
vkpornodepfile.com