Moorschutz in Brandenburg

Um Moorböden für die Nahrungsmittelproduktion zu nutzen wurden in den letzten 1.000 Jahren ca. 98 % der Moore Brandenburgs entwässert. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Brandenburg noch über 270.000 Hektar Moorfläche. Aktuelle Erhebungen weisen noch 166.000 Hektar Moorfläche aus, wovon knapp 7.000 Hektar eine ausreichende Wasserversorgung für Moorwachstum aufweisen. Durch die Entwässerung muss mit einer Freisetzung von ca. 6,6 Mio. t CO2- Äquivalenten pro Jahr gerechnet werden. Die Emissionen der gestörten Moore übersteigen somit die Emissionen des Straßenverkehrs. Langzeitbeobachtungen hydrologisch ungestörter Moore zeigen jedoch, dass Moorwachstum unter heutigen Klimabedingungen möglich wäre.

Nach jahrhundertelanger Entwässerung der Moore stehen die Zeichen in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr auf Moorschutz. Zahlreiche Renaturierungsprojekte und Fördermöglichkeiten wurden und werden umgesetzt und entwickelt. Trotz der Vielzahl an Maßnahmen ist jedoch die Fläche wiedervernässter Moore mit maximal 3.000 Hektar im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ klein. Mit Ausnahme einer Übergangsphase in den 1990er Jahren fokussieren sich Moorschutzprojekte seither oft auf naturnahe Moore und Waldmoore.

Das Land Brandenburg bietet daher z.B. in der aktuellen Förderperiode die neue und in der EU bisher einzigartige Agrarumweltmaßnahme „Moorschonende Stauhaltung“ an.

http://www.lfu.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.427130.de

Weitere Informationen zum Moorschutz in Brandenburg finden Sie auf den Seiten des Landesamts für Umwelt (LfU). http://www.lfu.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.389149.de

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DVL Brandenburg/Berlin und der Landschaftspflegeverbände beraten Sie gerne zur angepassten Nutzung von Moorflächen.

http://www.brandenburg.lpv.de/

 

 

Landschaftspflegeverbände und Moorschutz

Von den 12 LPV in Brandenburg sind 6 Verbände im Moorschutz aktiv. Die Aktivitäten reichen von Wiedervernässung meliorierter Moore über Landschaftspflege feuchter Standorte bis zu Umweltbildungs- und Tourismusangeboten. Hier werden zwei Beispiele vorgestellt.


LPV Spandau

Gemeinsam mit dem Familienbetrieb Döberitzer Heide- Galloways pflegt der LPV Spandau Nasswiesen durch extensive Beweidung mit Galloways und Wasserbüffeln.

Im Landschaftsschutz- und Natura 2000-Gebiet Tegeler Fließ sind seit Mai 2015 Wasserbüffel als „Landschaftspfleger“ für die Pflege der Nasswiesen im Einsatz. Wasserbüffel eignen sich hervorragend als natürliche Rasenmäher in dem wertvollen Schutzgebiet, da der Einsatz von schwerem technischen Gerät nicht möglich wäre und den Pflegeanforderungen nicht gerecht würde. Wasserbüffel „arbeiten“ hingegen boden- und pflanzenschonend.

Wasserbüffel fühlen sich in Feuchtgebieten, Sümpfen und bewachsenen Flusstälern ausgesprochen wohl, im Gegensatz zum gewöhnlichen Hausrind, das auf solchen Flächen schnell an den Hufen erkrankt. Sie machen auch vor minderwertigem Futter wie Schilf, Binsen oder Ampfer nicht Halt und grasen bis zum Herbst auf zwei Teilflächen mit insgesamt 25,4 Hektar. Für Spaziergänger, Radfahrer, Jogger und Hundehalter sind die Bewohner im Tegeler Fließ eine Attraktion. Auch Schülerinnen und Schüler des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums in Berlin-Reinickendorf haben sich der Thematik angenommen und eine Website zum Thema Beweidung mit Wasserbüffeln etabliert.

Mit dem Ziel, die Artenvielfalt der Lebensräume im Tegeler Fließtal zu erhalten, wurde das Projekt mit Mitteln aus dem EU-Agrarfonds ELER, vom Bezirksamt Reinickendorf und den Berliner Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Umwelt sowie für Justiz und Verbraucherschutz umgesetzt. Das Projekt wurde als ELER-Projekt des Monats August 2015 ausgezeichnet.

Weitere Informationen

http://www.eler.brandenburg.de/sixcms/detail.php/714184

http://gvb.wasserbueffel.square7.de


Bioland-Betrieb „Döberitzer-Heide Galloways“

1992 begann der Betrieb Döberitzer-Heide Galloways auf 50 ha Weideflächen mit 3 Galloway-Färsen. Heute hält der biolandzertifizierte Familienbetrieb 52 Wasserbüffel, 155 Galloways und 29 Burenziegen für die Pflege von Trockerasen, Feuchtwiesen, anmoorigen und Moor- und Gehölzstandorten. Dazu gehört auch die Beweidung von Seggen- und Schilfbeständen. Insgesamt werden 150 ha eigene Flächen beweidet und 100 ha Vertragsnaturschutzflächen gepflegt und das Gebiet vergrößert sich in und um das Stadtgebiet Berlins stetig weiter. Naturschutzfachliche wertvolle Flächen werden durch angepasste extensive Nutzung offengehalten und der CO2-Ausstoß der Flächen wird minimiert. Je nach Wasserstand beweiden die Wasserbüffelherden zwischen März und Dezember die feuchten Flächen. Eine Zufütterung braucht es im Sommerhalbjahr nicht. Im Winter stehen die Tiere auf der Winterwiese im heimischen Betrieb und bekommen zusätzlich eigenes Heu und Silage verfüttert.

Pro Jahr werden 5-6 Bullen geschlachtet und hauptsächlich an Privathaushalte verkauft. Werbung brauch der Biohof dafür nicht zu machen. Denn Betriebsinhaber Helmut Querhammer ist mittlerweile sehr bekannt – weit über die Grenzen Berlins und Brandenburgs hinaus, weil er guten Kontakt zu Behörden, Verbänden und anderen LandnutzerInnen hält. Auch die Betriebsfeste sind mittlerweile ein Publikumsmagnet.

Der Betrieb ist Mitglied im LPV Potsdam und LPV Spandau und arbeitet eng mit den Verbänden zusammen.

Weitere Informationen zum Biobetrieb Döberitzer Heide Galloways

http://www.doeberitzerheide-galloways.de/


Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz Niederung

Der Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz Niederung wurde 1991 gegründet, um Natur und Landschaft als natürliche Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung zu erhalten, bzw. wiederherzustellen. Als erstes Naturschutzgroßprojekt Brandenburgs wurde das Naturschutzgroßprojekt Nuthe-Nieplitz-Niederung 1992 bis 2004 vom Verein durchgeführt. Ziel war und ist es, die durch intensive Nutzung zerstörten Wiesen, Moore, Seen und Wälder zu renaturieren und vorhandene Lebensräume mit hoher Bedeutung für den Naturschutz zu erhalten und zu sichern. Innerhalb des Projektgebietes konnte das Naturschutzgebiet „Nuthe-Nieplitz-Niederung“ ausgewiesen werden. Das bis 1990 entwässerte Niedermoor im „Zauchwitzer Busch“ wurde erfolgreich wiedervernässt. Die Flächen füllten sich wieder mit Wasser, das Moor beginnt langsam wieder zu wachsen. Etwa 300 Hektar Fläche stehen heute dauerhaft unter Wasser.

Das Naturschutzgroßprojekt war das Sprungbrett für die Ausweisung des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Seit vielen Jahren ist die Nuthe-Nieplitz-Niederung ein Paradies für Vogelbegeisterte, Wanderlustige und Erholungssuchende.

Das Anlegen von Wanderwegen, Aussichtstürmen und großzügig gebauten Seestegen zielt bewusst auf die Entwicklung eines sanften Tourismus. Im vom Verein geführten Naturpark-Zentrum wird intensiv Umweltbildung betrieben. Dort können sich die Besucher*innen bei Ausstellungen, Vorträgen und Veranstaltungen über die Besonderheiten der Nuthe-Nieplitz Niederung informieren. Allein 2015 besuchten mehr als 30.000 Menschen den Naturpark.

Gefördert wurde das Großprojekt vom Bundesamt für Naturschutz, vom Land Brandenburg und dem Landschafts-Förderverein.

http://www.naturpark-nuthe-nieplitz.de/startseite/index.html

Fördermöglichkeiten Brandenburg

Foerdermoeglichkeiten_BB.pdf | 249 kB

 

Die Mitarbeiter*innen des DVL-Landesbüro Moor und Klimaschutz unterstützen Gründungsinitiativen, die den Moorschutz in ihrer Region kooperativ voranbringen wollen. Weitere Informationen zur Gründung von Landschaftspflegeverbänden finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Moorschutzförderung in Brandenburg finden Sie auf den Seiten des Landesamts für Umwelt (LfU).

http://www.lfu.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.427149.de

Foto: Rehmer

Kontakt

Carolin Priefert

DVL-Landesbüro Moor und Klimaschutz Brandenburg-Berlin
Hoher Steinweg 5-6
16278 Angermünde

E-mail: c.priefert@lpv.de
Tel.: 0159/01 209 306

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de
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