Konferenz zur Zukunft der Landwirtschaft in Mittelgebirgen vom 11.-13. Juni 2018 im Naturpark Thüringer Wald

(c) Peter Roggenthin

Seit Januar 2018 bearbeitet der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderte Projekt „Mittelgebirgskonferenz“. Ziel der Konferenz, die vom 11.-13.06.2018 im Naturpark Thüringer Wald stattfinden ist es, gemeinsam mit rund 60 geladenen Akteuren aus Praxis, Verwaltung und Wissenschaft eine Strategie zur Stärkung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten in den Mittelgebirgsregionen zu entwickeln. Die „Mittelgebirgsstrategie“, welche verschiedenen Interessengruppen wie etwa Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Handwerk einbezieht, wird einerseits Handlungsmöglichkeiten der Akteure in den Regionen erschließen, anderseits auch Forderungen an die Politik formulieren.

Hintergrund

Mittelgebirgsregionen zählen zu den wertvollsten Kulturlandschaften in Europa. In Deutschland erheben sich zwischen dem Norddeutschen Tiefland und dem Alpenvorland 44 Mittelgebirge mit absoluten Gipfelhöhen zwischen 300 und knapp 1500 Metern Höhe und prägen mit ihren Wäldern, Bergwiesen und Flüssen das Landschaftsbild Deutschlands charakteristisch.

Sie bilden einen Gegenpol zu den dicht besiedelten urbanen Räumen, in denen die Menschen in ihrem hektischen Alltag mit Herausforderungen wie Feinstaub, Lärm oder Verkehrsstaus konfron-tiert sind. In den landschaftlich wertvollen Mittelgebirgsregionen, findet die städtische Bevölkerung neben Freizeit und Erholung in der Natur auch seelischen Ausgleich. Werte wie Tradition und Hei-matverbundenheit prägen das besondere Bild der Deutschen Mittelgebirge.

Die besondere Kulturlandschaft der Mittelgebirge mit ihrer Verteilung von Wäldern und offenem Land ist primär das Ergebnis land- und forstwirtschaftlicher Nutzung und Pflegemaßnahmen wie Wiesenmahd, Viehumtrieb, Be- und Entwässerung und Waldbau. Die Arbeit der Bergbauern hat also, neben der Produktion von landwirtschaftlichen Gütern, direkten Einfluss auf den Standortfak-tor „Kulturlandschaft“. Die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung, der Tourismus und die Naherholung, aber auch der Erhalt der Biodiversität hängen von der landwirtschaftlichen Nutzung in den Mittelgebirgen ab.

Die Herausforderung in den Mittelgebirgen zu Wirtschaften ist jedoch enorm, da die Flächen in der Regel zu den landwirtschaftlichen Ungunstlagen zählen, also zum Beispiel flachgründig, zu steil oder schwierig mit Maschinen zu erreichen sind. In einigen Regionen versuchen Landwirte diese Heraus-forderung des Standortnachteils durch Diversifizierung auszugleichen. Die Produktion unterschied-licher Lebensmittel, Waldbau, Landschaftspflege, Direktvermarkung und Tourismus zeigen erfolg-reiche Ansätze.

Dennoch ist die Landwirtschaft in Deutschland geprägt von einer Intensivierung in Gunstflächen und der Aufgabe von ertragsschwachen Standorten, die Aufforstungen oder natürliche Sukzession zu Folge haben. Der Rückzug der Landwirtschaft in den Mittelgebirgen bedeutet somit einen Ver-lust der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft.

Deshalb setzt sich der DVL dafür ein, landwirtschaftlichen Betrieben und ihren Wertschöpfungsket-ten künftig eine höhere Bedeutung in der Agrarpolitik und speziell in der ländlichen Entwicklung einzuräumen.

Mittelgebirgsstrategie

Die Mittelgebirgsstrategie wird entwickelt, indem zunächst ein gemeinsames Leitbild "Unsere Mittelgebirge im Jahr 2030" formuliert wird und im zweiten Schritt Handlungsempfehlungen und Forderungen an die Politik ausgearbeitet werden, um diesen Zielzustand zu erreichen.

Die Mittelgebirgskonferenz ist ein Meilenstein bei der Entwicklung der Mittelgebirgsstrategie zur Stärkung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten in den deutschen Mittelgebirgsregionen. Ziel der Konferenz ist es, gemeinsam mit rund 60 geladenen Akteuren aus Praxis, Verwaltung und Wissenschaft das Leitbild für die Mittelgebirgsregionen im Jahr 2030 abzustimmen. Der Entwurf wird im Vorfeld versendet.

Bei der Entwicklung der Mittelgebirgsstrategie werden die Mittelgebirgsregionen als Einheit von Lebens-, Wirtschafts-, und Kulturraum betrachtet. Deshalb sind zur Konferenz verschiedene Interessengruppen wie etwa Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz, Handwerk, Ausbildung oder Regionalentwicklung geladen. Diese interdisziplinäre Zusammensetzung wird genutzt um Handlungsempfehlungen für Akteure in den Regionen zu erarbeiten und Forderungen an die Politik zu formulieren.

Das Leitbild soll im Anschluss an die Mittelgebirgskonferenz am Deutschen Landschaftspflegetag der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Mittelgebirgsstrategie soll im Nachgang der Konferenz weiter abgestimmt, von den Verbänden gezeichnet und publiziert werden.

Mittelgebirgskonferenz

Programm Mittelgebirgskonferenz 11.-13.06.2018

Montag, 11.06.2018

 

12.30

 

Anmeldung & Begrüßungsimbiss

13.30

Begrüßungsgespräch

Florian Meusel - Stellvertretender Vorsitzender
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.

Dr. Klaus Sühl

Staatssekretär Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Dr. Jürgen Metzner

Geschäftsführer Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.

14.15

Einführung und Konferenzziele
Moderation: Gero Wieschollek, Büro: geografie & service

14:45

Der aktuelle Leitbildentwurf „Unsere Mittelgebirge 2030“ – ein Überblick

Corinna Friedrich – DVL e.V.

15:00Die Leitbild-Galerie
16:00Kaffeepause
16:30Wie kann die Umsetzung des Leitbildes gelingen?
17:30Vorstellung und Diskussion des überarbeiteten Leitbildes
18.30Gemeinsames Abendessen

 

 

 

Dienstag, 12.06.2018

09.00

Impulse für die Mittelgebirge

4 Arbeitsgruppen mit Impulsen

1. Welche erfolgreichen Diversifizierungs- und Spezialisierungsstrategien gibt es für Mittelgebirgsbetriebe?


• Traudl Brunner, Landwirtin Schwäbische Alb & Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland e.V. – „Urlaub auf dem Bauernhof“
• Uwe Thielecke, Landwirt aus dem Harz - „Brockenbauer Thielecke - Bio-Fleisch vom Harzer Roten Höhenvieh“

2. Welche regionalen und überregionalen Vermarktungsstrategien sind für Mittelgebirgsprodukte sinnvoll?

• Jörg Liesen - Verband Deutscher Naturparke e.V. – „Unterstützung regionaler Vermarktungsstrategien durch Naturparke“
• Michael Pfaff - Bundesverband Deutsche Mittelgebirge e.V. – „Dachmarke Rhön“

3. Welche Möglichkeiten für den Erhalt und die Nutzung von Dauergrünland gibt es?

• Dr. Hans Hochberg - Deutscher Grünlandverband e.V. – „Projekt Optigreen“
• Simon Keelan - Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume – „Möglichkeiten für den Erhalt und die Nutzung von Dauergrünland“

4. Welche Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Wertschöpfung über Naturschutz und Synergieeffekte einer standortangepassten, umweltverträglichen Produktion gibt es?

• Thomas Coch, Geschäftsführer der Ferienregion Münstertal Staufen - „Gelebte Verantwortung“ - das Münstertäler Modell: Kurtaxe als Finanzierungsbeitrag von Offenhaltungsmaßnahmen im Kurort Münstertal“
• Dr. Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. – „Bäuerlicher Naturschutz“

10:30Kaffeepause
11:00

Fortsetzung der Arbeitsgruppen

Vorstellung und Diskussion der Gruppenergebnisse im Plenum

12:30Mittagessen
13:30Mittelgebirgsstrategie
Statusvorstellung und Bildung von Arbeitsgruppen
14:00

Mittelgebirgsstrategie

Bearbeitung einzelner Fragestellungen zur Entwicklung der Mittelgebirgsstrategie in Arbeitsgruppen

15:30Kaffeepause
16:00

Fortsetzen der Arbeitsgruppen zur Mittelgebirgsstrategie

Vorstellung und Diskussion der Gruppenergebnisse im Plenum

18:00

Gemeinsames Abendessen

 

Mittwoch, 13.06.2018

09:00

Entwicklung von Projektansätzen zur Mittelgebirgsstrategie

 

10:45

Kaffeepause

Offenes Forum Mittelgebirgsstrategie zum Austausch

11:45Abschluss Mittelgebirgskonferenz
12.00Gemeinsames Mittagessen

Ende 13.00 Uhr

 

13.00Beginn des Deutschen Landschaftspflegetages 2018
„Mittelgebirge stärken!“
(13.-15.Juni)
(Optional)

Öffentliche Vorstellung der Ergebnisse der Mittelgebirgskonferenz Florian Meusel - Vorstand DVL

Weiterführende Informationen und Anmeldung für Teilnahme 13.-15.06.2018 hier

Leitbild: Unsere Mittelgebirge im Jahr 2030

Leitbild als Teil der Mittelgebirgsstrategie - Stand 13.06.18

Mittelgebirgsregionen zählen mit ihren Wäldern, Bergwiesen und Flüssen zu den wertvollsten Kulturlandschaften Europas. In Deutschland erheben sich zwischen dem Norddeutschen Tiefland und dem Alpenvorland 44 Mittelgebirge mit einer Höhenlage zwischen 300 m und knapp 1500 m über dem Meeresspiegel. Als dünn besiedelte naturnahe Räume haben sie einen hohen Erholungswert. Landund Forstwirtschaft, die unter erschwerten Bedingungen wirtschaften, tragen ganz wesentlich zum Erhalt der einzigartigen Mittelgebirgslandschaften bei. Um die Zukunftsfähigkeit der Mittelgebirgsregionen sicherzustellen, ist es notwendig, die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen zu städtischen Räumen anzustreben.

Mittelgebirgsstrategie 2030
• Im Jahr 2030 gibt es eine überregionale, gesamtheit-liche Entwicklungs-, Förder-, und Finanzierungsstrategie für alle Deutschen Mittelgebirge, welche die Regionen als Einheit von Lebens-, Wirtschafts-, und Kulturraum erhält und dynamisch weiterentwickelt. Im Jahr 2030 gibt es eine überregionale, gesamtheitliche Entwicklungs- und Förderstrategie für die Deutschen Mittelgebirge, welche die Regionen als Einheiten von Lebens-, Wirtschafts-, und Kulturräumen erhält und dynamisch weiterentwickelt.
• Jede Mittelgebirgsregion verfügt über Verwaltungsgrenzen hinweg über ein integriertes, nachhaltiges Entwicklungskonzept.
• Durch die Einbeziehung der lokalen Akteure und die Berücksichtigung bestehender Strukturen bei der Erarbeitung und Umsetzung der Strategie bleibt der einzigartige Charakter jeder Mittelgebirgsregion erhalten und wird die lokale Identität der Bevölkerung gestärkt.

Sicherung der Lebensqualität
• Um die Attraktivität der Mittelgebirge als Wirtschafts-, Arbeits- und Wohnstandorte zu gewährleisten und der Abwanderung entgegenzuwirken, ist die Sicherstellung der Lebensqualität von eminent großer Bedeutung. Dies umfasst die Bereiche Gesundheit, Nahversorgung, Bildung, Mobilität sowie hochleistungsfähiges Internet.
• Als Garant für Wirtschaften, Arbeiten, Wohnen und damit nachhaltige Lebensperspektiven ist eine flächendeckende Versorgung mit hochleistungsfähigem Internet auf Basis von Glaserfaser und 5G in allen Mittelgebirgen bereits in 2025 realisiert.
• Die Mobilität der Menschen in den Mittelgebirgsregionen und ihre Anbindung an die Zentren ist verbessert. Dazu zählen z.B. der intelligente Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Angebote der Elektromobilität inklusive Ladeinfrastruktur und die Schaffung gemeinschaftlich nutzbarer Angebote für den Individualverkehr.

Rahmenbedingungen der Land- und Forstwirtschaft
• In der landwirtschaftlichen Förderpolitik werden die Anforderungen an die Grünlandbewirtschaftung und den Ackerbau in Mittelgebirgsregionen im Hinblick auf den deutlich erhöhten Bewirtschaftungsaufwand, z.B. durch Hanglage, raues Klima, karge Böden, vielfältige Landschaftselemente, ausreichend berücksichtigt.
• Die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete ist standortspezifisch weiterentwickelt und die weiterbestehenden EU-Direktzahlungen sind im hohen Maß einkommenswirksam. Damit werden die Multifunktionalität und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Landwirtschaft sichergestellt.
• Es existieren grünlandspezifische Agrarumwelt-/Klimamaßnahmen sowie gezielte Vertragsnaturschutzmaßnahmen. Die Finanzierung ist hinreichend gesichert.
• An mittelgebirgstypische Betriebsstrukturen und Standorte angepasste Investitionen werden entsprechend hoch gefördert.
• Weidetiermanagement und regulierendes Wildtiermanagement, insbesondere vom Wolf, sind etabliert. Dafür stehen ausreichende Ressourcen zur Verfügung.
• Die einzelnen Fördermaßnahmen sind aufeinander abgestimmt und der Verwaltungsaufwand ist gering. Förderprogramme sind ausreichend flexibel gestaltet, so dass sie den Betrieben Freiräume lassen.
• Die Bereitstellung von öffentlichen Geldern für die besonderen Leistungen der Landwirtschaft in den Mittelgebirgsregionen werden von der Gesellschaft als selbstverständlich betrachtet.

Diversifizierung und Spezialisierung der Landwirtschaft
• Landwirte und Landwirtinnen aller Erwerbsformen und Betriebstypen sind auch Unternehmende in den Mittelgebirgen. Sie haben ihre betriebswirtschaftlichen Konzepte an die Erfordernisse von Diversifizierung und Spezialisierung erfolgreich angepasst.
• Der Generationenwechsel in den Betrieben wird genutzt, die einzelbetriebliche Ausrichtung strategisch neu anzupassen, wobei professionelle Beratung und Coaching den Prozess begleiten.
• Die Förderung von Diversifizierung und Spezialisierung ist flexibel ausgestaltet, an die Bedürfnisse der Betriebe angepasst und z.B. im Hinblick auf das Angebot von Urlaub auf dem Bauernhof breit angelegt.
• Es steht ein breites Spektrum an Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Potentiale Erneuerbarer Energien nutzen
• Die Erneuerbaren Energien Wasser, Wind, Solar und Biomasse, hier insbesondere Holz, tragen wesentlich zur Wertschöpfung in den Mittelgebirgsregionen bei und werden nach dem Prinzip einer naturverträglichen Erzeugung weiterentwickelt.
• Die regionale Bevölkerung profitiert wirtschaftlich vom Ausbau der Erneuerbaren Energien durch unterschiedliche Formen der Beteiligung.
• Es gibt Vorrang- und Ausschlussgebiete für Windkraftanlagen und Photovoltaik Freiflächenanlagen, die im Konsens mit der heimischen Bevölkerung definiert wurden. Die landschaftlich, naturschutzfachlich und identitätsstiftenden Flächen werden freigehalten.
• Die Energiegewinnung aus organischem Dünger und organischen Abfällen, wie z.B. Grünschnitt, ist Bestandteil der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft.
• Im Erneuerbaren-Energien-Gesetz ist die Nutzung von Grünlandbiomasse im Vergleich zu anderen Energiepflanzen bessergestellt. Die Versorgung der Raufutterfresser mit qualitativ gutem Grundfutter hat allerdings Vorrang.

Kooperativer Naturschutz - ein Entwicklungsmotor
• Die Land- und Forstwirtschaft erbringen wichtige Leistungen bei den gesellschaftlichen Aufgaben Schutz von Klima, Wasser, Boden und Biodiversität und sind damit unverzichtbare Partner des Naturschutzes. Denn sie verfügen über hohe Kompetenzen im Umwelt- und Naturschutz. Das praktische Erfahrungswissen der Landwirte und Landwirtinnen wird dabei genutzt.
• Mehraufwendungen und Mindererträge werden entgolten. Darüber hinaus gibt es eine einkommenswirksame, substanzielle finanzielle Anreizkomponente, welche die Zusammenarbeit mit dem Umwelt- und Naturschutz befördert.
• Die Landschaftspflegeverbände und die Kulturlandstiftungen der Bauernverbände nehmen eine prägende Rolle bei der Umsetzung des kooperativen Naturschutzes ein.
• Etablierte Naturparke und Biosphärenreservate kooperieren mit der heimischen Landwirtschaft im Rahmen einer engen Partnerschaft, die sowohl den Naturschutz als auch die Existenzsicherung der landwirtschaftlichen Betriebe zum Ziel hat. Kooperationen von Naturparken mit der heimischen Land- und Forstwirtschaft haben sich grundsätzlich bewährt.
• Etablierte Naturparke sind Stützpfeiler der nachhaltigen Regionalentwicklung. Sie verbessern die Möglichkeiten einer landschaftsbezogenen Erholung und fördern die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus. Sie prägen das Image vieler Mittelgebirgslagen mit und fördern dadurch auch den Absatz regionaler Produkte.

Vielfältiges Dauergrünland erhalten und verwerten
• Die Vielfalt und die Multifunktionalität des Grünlands in den Mittelgebirgen sind nachhaltig sichergestellt und werden weiterentwickelt.
• Der Wert des artenreichen Grünlands für Umwelt-, Landschafts-, und Naturschutz sowie für die Landwirtschaft ist gesellschaftlich anerkannt.
• Die Nutzungspotentiale des Grünlands für die Milch- und Fleischerzeugung sowie als nachwachsender Rohstoff sind in Forschung und Praxis weiter erschlossen.
• Die grünlandbasierte Fütterung der Raufutterfresser hat wieder deutlich an Bedeutung gewonnen.
• Tierbestände werden unter Berücksichtigung eines Mindesttierbesatzes pro Hektar auf dem Grünland gefördert und durch ein gezieltes Weidetiermanagement organisiert.

Faire Vermarktung der Mittelgebirgsprodukte
• Die gesicherte Herkunftsbezeichnung von Mittelgebirgsprodukten bewirkt eine höhere Wertschätzung und dadurch höhere Preise.
• Es besteht eine intensive Zusammenarbeit zwischen Erzeugung, Weiterverarbeitung, Verkauf und Vermark-tung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Erzeuger- und Vermarktungsgemeinschaften haben sich situationsangepasst gebildet.
• Vollständige Wertschöpfungsketten von der Landwirtschaft über das Handwerk hin zum Handel sind in jeder Region vorbreitet.
• Die regionale Vermarktung von Mittelgebirgsprodukten über regionalen Lebensmitteleinzelhandel und Kooperationen mit regionaler Gastronomie und Großküchen sowie Ab-Hof-Verkauf ist etabliert.
• Eine erfolgreiche überregionale Vermarktung von Mittelgebirgsprodukten wird durch eine gemeinsame Dachmarke der Deutschen Mittelgebirge betrieben.

Nachhaltiger Tourismus als Wirtschaftsfaktor
• 2030 sind die Deutschen Mittelgebirge weiterhin die populärsten Landschaftsformen Deutschlands und können ihren Status als die 10 beliebtesten Urlaubsziele weltweit erhalten.
• Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sichert die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung und trägt zur gesellschaftlichen Wertschätzung der Mittelgebirge bei.
• Durch einen natur- und kulturverträglichen Tourismus bleiben die Grundlagen der touristischen Attraktivität der Mittelgebirge, die ansprechenden Landschaften, die biologische Vielfalt sowie die kulturellen und kulinarischen Besonderheiten erhalten.
• Besucherströme werden intelligent gelenkt, um die Erholungsfunktion für Besucher sowie die Schutzfunktion der Naturräume gleichermaßen sicherzustellen.
• Natur- und Umweltbildungsangebote für touristische Leistungsträger, Einheimische und Gäste gehören zum touristischen Angebot.
• Gäste sind in die Verantwortung für die Gastlandschaft eingebunden.


Forschung, Vernetzung und Wissenstransfer
• Angesichts der besonderen Herausforderungen der sensiblen Mittelgebirgsstandorte ist eine enge Zusammenarbeit mit Forschung und Entwicklung besonders wichtig, wie dies z.B. in Naturparken erfolgreich praktiziert wird.
• Forschungs- und Entwicklungsthemen sind zum Beispiel die Auswirkungen von Klimaveränderungen, die landwirtschaftliche Produktion, Umweltschutz, das Potential erneuerbarer Energien oder die Auswirkungen der Digitalisierung für den ländlichen Raum im Allgemeinen und für die Land- und Forstwirtschaft im Besonderen. Praxisrelevante Forschungsergebnisse und Innovationen werden systematisch aufbereitet und rasch verbreitet.
• Strategien zur Spezialisierung, Diversifizierung und Vermarktung sind fester Bestandteil des landwirtschaftlichen Berufsbilds. Entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie spezielle Informations-, Beratungs- und Coachingangebote für landwirtschaftliche Betriebe stehen zur Verfügung.
• Den Menschen in den Mittelgebirgen stehen umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung.
• Regionale Akteure, wie z.B. Naturparke, leisten wichtige Arbeit in den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung.
• Die einzelnen Mittelgebirgsregionen sind miteinander vernetzt. Sie stehen im regelmäßigen Informationsaustausch über Leuchtturmprojekte und erfolgreiche Entwicklungsstrategien. Die Regionen arbeiten bei Forschungs- und Innovationsprojekten zusammen, auch über Landesgrenzen hinaus.
• Jede Mittelgebirgsregion hat ein Mittelgebirgsregionalmanagement, das verschiedene Akteure interdisziplinär vernetzt und die Umsetzung ihrer Mittelgebirgsstrategie aktiv vorantreibt.

Kontakt
Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.
Corinna Friedrich
Tel.: +49 / (0)981 – 18 00 99- 11
E-Mail: c.friedrich@lpv.de 

Liste der unterstützenden Verbände und Institutionen

Leitbild_Unsere_Mittelgebirge_2030_Unterstützende_Stand_14._Juni_18.pdf | 565 kB

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Inhalt Mittelgebirgsstrategie / Mittelgebirgskonferenz

Corinna Friedrich

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.
Promenade 9
91522 Ansbach

Tel.: 0981 / 1800 99-11
E-Mail: c.friedrich@lpv.de

Kontakt

Anmeldung und Organisation Mittelgebirgskonferenz:

Marlene Bock

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.
Promenade 9
91522 Ansbach

Tel.: 0981 / 1800 99-25
E-mail: m.bock@lpv.de

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
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