Bundesforschungsprojekt des DVL zur Gemeinwohlprämie

Gemeinsame Agrarpolitik: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen – Weiterentwicklung eines Modells zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft in der Agrarpolitik (GAP)

Foto: Peter Roggenthin

Die vom Deutschen Verband für Landschaftspflege entwickelte „Gemeinwohlprämie“ gilt als einer der innovativsten Vorschläge für die Weiterentwicklung der Agrarzahlungen. So hat z.B. der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Gemeinwohlprämie als eine Methode zur Ausgestaltung der neuen GAP vorgeschlagen.1

Im August 2017 bekam der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) den Auftrag für das mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert Forschungsprojekt „Gemeinsame Agrarpolitik: Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen – Weiterentwicklung eines Modells zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft in der Agrarpolitik (GAP).

Im Rahmend des Projekts wird überprüft, wie die in Schleswig-Holstein konzipierte und in der Praxis getestete Methode zur Ermittlung der Leistungen landschaftlicher Betriebe für die Schutzgüter Biodiversität, Klima und Wasser auf andere Bundesländer Deutschlands angewendet werden kann. Hierzu wird die Methode einerseits bei etwa 100 landwirtschaftliche Betrieben in den Bundesländern Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg in der Praxis getestet. Andererseits sollen die Parameter auf ihre Integrierbarkeit in die Integrierten Kontroll- und Verwaltungssysteme (InVeKoS) der Bundesländer überprüft werden.

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1 Wissenschaftlicher Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2018): Für eine Gemeinsame Agrarpolitik, die konsequent zum Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt. Stand: April 2018. Online: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ministerium/Beiraete/Biodiversitaet/StellungnahmeAgrarpolitikErhaltbioVielfalt.pdf?__blob=publicationFile

Die Berechnungsmethode

  • Kern der Gemeinwohlprämie ist eine Bewertungsmethode, mit der landwirtschaftliche Gemeinwohlleistungen (Biodiversität, Klima, Wasser) anhand von Betriebsdaten ermittelt und durch einen Gesamtpunktwert abgebildet werden können.
  • Bei den bewerteten Parametern handelt es sich um Landnutzungsformen und Wirtschaftsweisen des landwirtschaftlichen Betriebes, die unter den aktuellen Zielsetzungen positive Effekte für die genannten Umweltbereiche zeigen. Sie werden jeweils nach ihrem Flächenumfang und ihrer ökologischen Bedeutung gewichtet.
  • Bewertet werden nur solche Leistungen, die oberhalb der guten fachlichen Praxis sowie der aktuellen gesetzlichen Mindeststandards liegen.
  • Für die finanzielle Honorierung der betriebsspezifischen Biodiversitäts-, Klima- und Wasserschutzleistungen kann der „Gesamtpunktwert“ durch Multiplikation mit einem monetären Punktwert (€/Punkt) und der Betriebsfläche (ha) in Betriebszahlungen (€/Betrieb) umgerechnet werden.
  • Betriebe mit mehr Umweltleistungen erhalten mit der Gemeinwohlprämie mehr öffentliche Gelder. Durch die Gemeinwohlprämie werden nicht nur aktuelle Umweltleistungen der Betriebe bewertet und honoriert, sondern es entstehen für die Betriebe auch Anreize, Umweltleistungen auf neuen Flächen zu erbringen. Vor allem die extensive Bewirtschaftung unproduktiver Flächen mit hohem Naturwert wird für die Landwirtinnen und Landwirte attraktiv.
Quelle: DVL 2017

Kontakt

Corinna Friedrich

Deutscher Verband für Landschaftspflege
Promenade 9
91522 Ansbach

Tel: (0981) 18 00 99 11
E-Mail: c.friedrich(at)lpv.de

Projektlaufzeit: 08/2017- 02/2020

Fördergeldgeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Gefördert durch

 

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de