Agrarumweltprogramme und Vertragsnaturschutz

Mit den freiwilligen Vereinbarungen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Rahmen der Agrarumweltprogramme werden große Erfolge erzielt. Dank der Verträge zwischen Landwirten und Naturschutz können eine Vielzahl seltener Arten und Lebensräume erhalten und gepflegt werden. Auch für Landwirte eröffnet sich durch langfristige Pflegevereinbarungen im Naturschutz berufliche Perspektiven. Dennoch ist bei den Tier- und Pflanzenarten der Feldflur nach wie vor ein deutlicher Bestandsrückgang zu verzeichnen. Der DVL engagiert sich an der Weiterentwicklung der Agrarumweltprogramme im Offenland, recherchiert Förderansätze in anderen EU-Mitgliedsstaaten und macht Vorschläge für eine Verbesserung der Förderinhalte.

Der DVL erarbeitete in einem vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekt "Angebotsnaturschutz" wichtige Grundlagen.

Projekt Angebotsnaturschutz

Freiwillige Vereinbarungen mit den Landwirten

Seit Mitte der 1980er Jahre hat sich in Deutschland eine neue innovative Idee im Naturschutz etabliert: Landwirte bekommen über freiwillige vertragliche Vereinbarungen ihre Leistungen für den Naturschutz gezielt honoriert. Damit werden Einkommensverluste ausgeglichen, wenn beispielsweise eine Feuchtwiese nicht mehr gedüngt und spät gemäht wird. Auch werden aufwändige Arbeitsleistungen, z.B. die Pflanzung einer Streuobstwiese oder Pflege einer Hecke entgolten.

Freiwillige Vereinbarungen mit der Landwirtschaft weiterentwickeln

Das Projekt dient dazu, das Instrumentarium der freiwilligen Naturschutzvereinbarungen fit für die Zukunft zu machen. Daher werden die Erfolge und Defizite von naturschutzorientierten vertraglichen Vereinbarungen mit der Landwirtschaft recherchiert. Auch wird versucht, Maßnahmen für eine Optimierung der Programminhalte aufzuzeigen.

Folgende Aspekte stehen im Zentrum des Projektes „Angebotsnaturschutz“

  • Möglichkeiten und Grenzen für ergebnis- bzw. handlungsorientierte Programmgestaltung.
  • Partizipation und Regionalisierung der Programmkonzeption und -umsetzung.
  • Modifikation der Vergabe (Betriebsberatungskonzepte, Ausschreibungsmodelle).
  • Optimierungsmöglichkeiten des Vertragsnaturschutzes (z. B. mesophiles Grünland, Acker).
  • Möglichkeiten einer verbesserten verwaltungstechnischen Abwicklung.
  • Erfolgskontrolle der Maßnahmen.
  • Erforderliche Änderungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen von Ländern, Bund und EU.

Best practice

Dabei werden best-practice-Beispiele aus Deutschland und dem benachbarten Ausland analysiert und Möglichkeiten des Transfers in andere Regionen aufgezeigt.

Beispiele dafür sind der Erhalt von Extensivgrünland im Landkreis Euskirchen, der Vertragsnaturschutz mit Hüteschäfern im Altmühltal und der Wiesenbrüterschutz im sogenannten "Wiesmet".

Buch: "Agrarumweltprogramme und Vertragsnaturschutz weiterentwickeln"

Die Ergebnisse der Studie "Angebotsnaturschutz" sind in Form des Buches "Agrarumweltprogramme und Vertragsnaturschutz weiter entwickeln" veröffentlicht worden.

Mit den freiwilligen Vereinbarungen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz werden wichtige Erfolge erzielt: Landwirte haben in Sachen Landschaftspflege berufliche Perspektiven entwickelt, in der Kulturlandschaft konnten Arten und Lebensräume in einigen Regionen gesichert werden. Dennoch ist gerade bei den Tier- und Pflanzenarten der offenen Feldflur nach wie vor ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Aus diesem Grund regte das BfN die Analyse erfolgreicher Ansätze zur Integration von mehr Arten- und Biotopschutz in den Förderprogrammen von Landwirtschaft und Naturschutz an. In dieser Analyse wurden mehr als 90 erfolgreiche Kooperationsprojekte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft aus dem In- und Ausland ausgewertet. Ziel ist eine konkrete Hilfestellung und praktikable Vorschläge für die Weiterentwicklung der Agrarumweltprogramme und des Vertragsnaturschutzes.
Das Projekt „Angebotsnaturschutz – Agrarumweltprogramme und Vertragsnaturschutz weiter entwickeln“ liefert nun die Bausteine, wie das Instrumentarium der Agrarumweltprogramme und des Vertragsnaturschutzes fit gemacht werden kann. Die Förderung und Entwicklung von Biodiversität in der Kulturlandschaft wird zum elementaren Bestandteil der Agrarumweltprogramme. Grundlegende Voraussetzung hierfür ist, dass die öffentlichen Mittel für die landwirtschaftlichen Umweltförderprogramme gestärkt werden. Dazu gibt es aus dem In- und Ausland gut funktionierende Beispiele, die in dem vorliegenden Band beschrieben und aufbereitet sind. In der Gesamtheit flächendeckend umgesetzt, können sie eine Trendumkehr des Rückgangs von Pflanzen- und Tierarten in der Agrarlandschaft bewirken.


Autoren: Wolfram Güthler und Rainer Oppermann
Bonn – Bad Godesberg 2005. 226 Seiten. Broschiert ¤ 5,– €
Naturschutz und Biologische Vielfalt, Heft 13
Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup
ISBN 3-7843-3913-1

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Mit der Landwirtschaft zu mehr Natur
Kulturlandschaften durch Honorierung ökologischer Leistungen fördern und erhalten

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Kontakt

Dr. Jürgen Metzner

Deutscher Verband für Landschaftspflege
Promenade 9
91522 Ansbach

Tel: (0981) 1800 99-10
E-Mail: metzner(at)lpv.de

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
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