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Tagungsband „Kreuzkräuter und Naturschutz“ erschienen

06.06.2017

An der internationalen Fachtagung „Kreuzkräuter und Naturschutz“ in Göttingen stellten Anfang 2017 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das aktuelle Wissen rund um Kreuzkräuter vor und leiteten daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis ab. Der jetzt erschienene Tagungsband fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen.

Auf welchen Nutzflächen die verschiedenen Kreuzkraut-Arten reguliert werden sollen und auf welchen sie wachsen dürfen, ist umstritten. Denn die hellgelb blühenden Pflanzen schützen sich mit Giftstoffen aus der Gruppe der Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) vor Fraßfeinden. Vor allem Pferde und Rinder sind gefährdet, weil sie die Pflanzen zwar auf der Weide erkennen und meiden können, nicht aber im Heu oder in der Silage. Auch wenn tödliche Vergiftungen selten sind, wird trotzdem immer wieder gefordert, Kreuzkräuter systematisch zu bekämpfen.

Doch eine Vielzahl von Tieren ist mit den heimischen Kreuzkraut-Arten assoziiert und besonders einige Wirbellose sind auf Kreuzkräuter angewiesen. Kreuzkräuter bilden den Ausgangspunkt von Nahrungsketten und sind für viele Blütenbesucher von Bedeutung. Das Wasser-Kreuzkraut steht sogar auf den Roten Listen zahlreicher Bundesländer.

Der Tagungsband zeigt schlüssig auf, dass im Spannungsfeld Naturschutz und Landwirtschaft eine einfache Lösung nicht möglich ist. Die sachkundigen Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz gehen in ihren Beiträgen auf verschiedene Aspekte der Landwirtschaft, des Naturschutzes und des Gesundheitsrisikos für Menschen und Tiere ein. Wichtig ist ihnen ein differenziertes Kreuzkraut-Management, das verschiedene Aspekte berücksichtigt. In der gemeinsam formulierten „Göttinger Erklärung“ sprechen sie sich für die Erarbeitung abgestimmter Handlungsanleitungen aus. Mit diesen soll für die jeweilige Einzelfläche geprüft werden, ob eine Zurückdrängung von Kreuzkraut-Beständen notwendig ist und wie eine solche gegebenenfalls schonend und nachhaltig zu erreichen ist.

„Dieser Tagungsband ist ein enorm wichtiger Beitrag bei der Diskussion um den Umgang mit Kreuzkräutern in Deutschland. Mit ihm wird wichtiges Praxiswissen an die Land-schaftspfleger vor Ort weitergegeben.“, sagt Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL). e.V. Der Verband hatte die Tagung organisiert. Gefördert wurde das DVL-Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mittel des Bundesumweltministeriums.

Der Tagungsband ist als Heft Nr. 23 der DVL-Schriftenreihe „Landschaft als Lebensraum“ erschienen. Er ist elektronisch auf der Webseite www.kreuzkraut.de veröffentlicht. Dort kann auch ein gedrucktes Exemplar bestellt werden.

Bildunterschriften

oben: Titelseite Tagungsband

unten: Das Wasser-Kreuzkraut blüht nach einer Mahd innert kurzer Zeit wieder.

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