Mehr Wiesen für Insekten!

22.05.2019

DVL veröffentlicht Leitlinien zu nachhaltigem Insektenschutz

Ansbach, 22. Mai 2019 – Wie können wir unsere heimischen Insekten wirksam schützen? Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hat jetzt Leitlinien zum Insektenschutz vorgelegt. Grundsätzlich sieht der DVL den Erhalt der Biodiversität, also auch den Schutz der Insekten, als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an. Bei Maßnahmen zum Insektenschutz bedarf es somit Langfristigkeit und Kontinuität, wie Landschaftspflegeverbände sie seit Jahrzehnten ermöglichen. Kurzfristiger Aktionismus wird, nach Meinung des DVL, den Rückgang der Insektenpopulationen nicht stoppen. „Wir werden die Insektenwelt nicht retten, wenn wir mit Blühstreifen unsere Äcker lediglich aufhübschen!“, so Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL.

Weidetiere garantieren Artenvielfalt

Der DVL befürchtet, dass der Insektenschutz nur auf die Verteilung von Saatgut und Anlage von Blühstreifen reduziert wird. Zwar sind diese Maßnahmen nicht wirkungslos, doch zielen sie überwiegend auf blütenbesuchende Insekten ab und helfen damit vor allem Honigbienen und einigen häufigen Wildinsektenarten. „Wir benötigen hingegen mehr Hecken und heimische Wildpflanzen in unserer Ackerflur, mehr Strukturen in und an unseren Gewässern und mehr Totholz in unseren Wäldern. Vor allem unsere Wiesen und Weiden müssen ins Zentrum unserer Bemühungen rücken! Die Herausforderung ist es deshalb, die Attraktivität der flächengebundenen Tierhaltung wieder zu steigern“, so Metzner weiter.

Tierhaltung, die sich an der hofeigenen Fläche orientiert, ist der Garant dafür, artenreiches Grünland zu bewahren und zu entwickeln. Leider verschwinden Weidetiere zunehmend aus der Landschaft. Auch Hüte- und Wanderschäferei nehmen seit Jahrzehnten kontinuierlich ab. Diese Form der Landnutzung spielt jedoch eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung von Samen und Insekten. Weidende Tiere wirken als "Taxis der Biodiversität". Hier bedarf es dringend wirkungsvoller Gegenmaßnahmen mit einer reformierten europäischen Agrarpolitik (GAP).

Kooperativer Naturschutz ist Weg zum Erfolg

Klare gesetzliche Vorgaben sind für den Insektenschutz unabdingbar. Darüber hinaus sind aber laut DVL freiwillige Maßnahmen im Rahmen des kooperativen Naturschutzes der nachhaltigste Weg, um den Insektenbestand zu erhöhen und auf hohem Niveau zu stabilisieren. Landschaftspflegeverbände betreiben in diesem Sinne seit 30 Jahren erfolgreich Projekte zum Insektenschutz. Oft stehen sie im Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten. Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz können deshalb auf ein enormes praktisches Fachwissen und umfangreiche Erfahrungen innerhalb der Landschaftspflegeverbände zurückgreifen.

 

HINTERGRUND

Der DVL ist der Dachverband von 170 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland. Im DVL-Papier „Schutz unserer heimischen Insekten“ werden 37 konkrete Punkte mit Grundsätzen, Maßnahmen und Empfehlungen aufgelistet. Alle Maßnahmen basieren auf der Praxiserfahrung der Landschaftspflegeverbände.

 

Pressekontakt: Leonhard Mäckler, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, www.dvl.org, Tel: 0981/180099-24, Mobil 0176/40756252, E-Mail: l.maeckler@lpv.de 

Fachkontakt: Dr. Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, www.dvl.org, Tel: 0981/180099-10, E-Mail: metzner@lpv.de

Dateien:
DVL-Insektenschutz-Leitlinien.pdf655 K
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