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Trendwende in der Agrarpolitik zusammen mit Bauern

Von: metzner@lpv.de

06.07.2017

Landwirte gezielt für Gemeinwohlleistungen honorieren

Beim bundesweiten Landschaftspflegetag 2017 in Regensburg fordert der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), die Leistungen der Landwirte für das Gemeinwohl gezielter zu honorieren. Der Vorsitzende des DVL, Josef Göppel MdB, appellierte in Richtung der europäischen Agrar- und Umweltpolitik, diejenigen Bauern finanziell besser zu unterstützen, die einen aktiven Beitrag zum Schutz der vielfältigen Kulturlandschaften leisten. Nur so könnte die biologische Vielfalt stabilisiert werden. „Die Landwirte müssen auf freiwilliger Basis und mit passenden Anreizen gewonnen werden. Nur so erreichen wir die Trendwende zu einer nachhaltigeren europäischen Agrarpolitik“, so Göppel.

Erreichen will dies der DVL mit der „Gemeinwohlprämie“, einem Fördermodell, das auch in Brüssel intensiv diskutiert wird und sich von den bisherigen Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik abhebt. Diejenigen Landwirte, die mehr Gemeinwohlleistungen im Bereich Biodiversität, Klima- und Gewässerschutz erbringen, sollten künftig mehr Prämie bekommen. Auch können Landwirte aus unternehmerischer Sicht frei entscheiden, auf welchen Betriebsflächen Gemeinwohlleistungen oder Produktion im Vordergrund stehen sollen. „Wir wechseln damit bewusst die Perspektive“ so der Vorsitzende des DVL. Während bisher den Landwirten bestimmte Hürden gesetzt wurden, um Zahlungen wie die Greeningprämie zu erhalten, werden mit der Gemeinwohlprämie die aktuell erbrachten Umweltleistungen über Punkte bewertet und entgolten. Landwirte können über einen Betriebsrechner die Wirtschaftlichkeit weiterer Umweltmaßnahmen kalkulieren und entscheiden, ob es sich lohnt, mehr Nahrungsmittel oder mehr Umweltleistungen zu produzieren. Wie die bisherigen Erfahrungen aus einem Modellprojekt in Schleswig-Holstein mit 100 Betrieben zeigen, extensivieren Landwirte vor allem auf unproduktiven Standorten und erhöhen damit ihre betriebliche Punktzahl. Ein Win-Win-Effekt! Oft sind genau diese Flächen für seltene Tier- und Pflanzenarten interessant. Beim diesjährigen Deutschen Landschaftspflegetag diskutierten 250 Vertreter von Landschaftspflegeorganisationen aus ganz Europa, wie Landwirtschaft und der Schutz der Biologischen Vielfalt künftig besser zusammengeführt werden können. Besondere Hoffnung setzen die Landschaftspfleger in einen europäischen Zusammenschluss von Landschaftspflegeorganisationen, die, ähnlich den deutschen Landschaftspflegeverbänden, die kooperative Arbeit mit der Landwirtschaft in den Mittelpunkt stellen. Landcare Europe soll künftig Kooperationen in allen EU-Mitgliedsstaaten unterstützen und den Wissensaustausch zur Weiterentwicklung der Kulturlandschaften fördern.

In Deutschland gibt es aktuell 165 regionale Landschaftspflegeverbände, die im Dachverband DVL organisiert sind. Landschaftspflegeverbände sind Zusammenschlüsse aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitiker, die in den Regionen konkrete Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen umsetzen.

Anlage: Fotos der Redner Josef Göppel MdB, Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege und Prof. Dr. Harald Grethe, Humboldt Universität zu Berlin © Peter Roggenthin

Kontakt: Dr. Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, www.lpv.de, Tel: 0981/18 00 99 0, mobil: 0171/5836921 E-Mail: metzner@lpv.de

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