Bäuerlichen Naturschutz anerkennen!

10.01.2020

Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) schlägt Leitbild für bäuerlichen Naturschutz vor – Empfehlung des Landwirtschaftsdialogs mit Bundeskanzlerin aufgreifen

Ansbach - Eine Zukunftskommission Landwirtschaft soll wichtige Leitlinien für eine künftige Landwirtschaft formulieren, so das Ergebnis des Agrargipfels im Kanzleramt am 02.12.2019. Der DVL schlägt dazu ein Leitbild für einkommenswirksamen Naturschutz durch Landwirtinnen und Landwirte vor. Der moderne Betrieb im "Bäuerlichen Naturschutz" ist demnach kooperativ, kompetent und betriebsorientiert. "Uns muss der Brückenschlag zwischen Landwirtschaft und Naturschutz gelingen! Das muss im Konzept der Zukunftskommission oder in einem Gesellschaftsvertrag zentrale Bedeutung besitzen!", erklärt DVL-Vorsitzender Josef Göppel MdB a.D..

Landwirtschaftliche Betriebe bilden Rückgrat des Naturschutzes

Das Leitbild wurde von aktiven Landwirtinnen und Landwirten im DVL entworfen und spiegelt das Selbstverständnis der landwirtschaftlichen Betriebe wider, die seit Jahrzehnten im Naturschutz tätig sind. Bereits heute sind über 40.000 Landwirtinnen und Landwirte, folglich jeder siebte bundesdeutsche Betrieb, in Vertragsnaturschutzprogrammen der Länder aktiv. Diese Kompetenz und ihre Erfahrung sind für den Naturschutz von zentraler Bedeutung.

Wirtschaftliche Perspektive berücksichtigen

Naturschutzmaßnahmen der Landwirtschaft müssen dabei betriebsorientiert gedacht und umgesetzt werden. Erst dann kann der Naturschutz auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor werden, vergleichbar mit der Direktvermarktung, den erneuerbaren Energien oder dem Tourismus. Wichtigste Voraussetzung dafür sind allerdings die wirtschaftlichen Perspektiven der Betriebe. "Solange Betriebe, die Naturschutz betreiben oder in Naturschutzkulissen wirtschaften, immer noch benachteiligt werden, solange werden Landwirtinnen und Landwirte Schutzbemühungen kritisieren", mahnt Göppel.

Der DVL sieht großen Anpassungsbedarf bei der Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Das heimische Artensterben einerseits sowie die frustrierten Landwirtinnen und Landwirte andererseits sind Folgen vieler verpasster Chancen europäischer Agrarpolitik. Hauptsächliches Ziel muss es sein, Naturschutzmaßnahmen in der 1. und 2. Säule positiv einkommenswirksam zu machen. Landschaftspflegeverbände bieten ihre Hilfe beim Naturschutzmanagement und bei der Beratung an.

HINTERGRUND
Der DVL ist der Dachverband der Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland. Markenzeichen des DVL sowie seiner Mitglieder ist die gleichberechtigte und freiwillige Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunen. Der Vorschlag wurde von aktiven Landwirtinnen und Landwirten im DVL erarbeitet.

 

Pressekontakt:
Leonhard Mäckler, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, Tel: 0981/180099-24, E-Mail: l.maeckler@lpv.de 

Fachkontakt:
Dr. Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, Tel: 0981/180099-10, E-Mail: metzner@lpv.de 

 

 

Dateien:
DVL-Leitbild-Bäuerlicher_Naturschutz.pdf157 K
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Foto: P. Roggenthin