Landschaftspflege mit Kommunen

08.07.2015

Deutscher Landschaftspflegetag: Landschafft Wertschöpfung und Wohlbefinden

Wiesbaden 08.07.2015. Attraktive Landschaften bringen Kommunen viele Vorteile. Beim diesjährigen Deutschen Landschaftspflegetag des Deutschen Verbands für Landschaftspflege in Wiesbaden diskutieren 150 Experten und Expertinnen die Spielräume der Kommunen bei der Entwicklung unserer Landschaften.

Dabei spielt zum Beispiel die Beweidung mit Rindern, Schafen und Ziegen als preiswerte und naturverträgliche Landschaftspflege eine wichtige Rolle. Sie erhält wertvolle Lebensräume und die Weidetiere sind eine Bereicherung in der Landschaft. Viele Weidetierhalter sind jedoch durch die geringe Förderung und die Flächenknappheit existenziell bedroht. „Es zählt zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben im Naturschutz, diesen Betrieben eine langfristige wirtschaftliche Perspektive zu geben - das ist auch eine Aufgabe der Kommunen“, so Josef Göppel MdB, Vorsitzende des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL).

Die Kommunen sollen deshalb verstärkt ihre Spielräume nutzen, um diesen Betrieben zu helfen. Beispielsweise können Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf kommunalen Flächen maßgerecht auf Weidetierhalter zugeschnitten werden. Der Landwirt bekommt die Fläche und damit Futter, die Kommunen sparen bei der Pflege und der Naturschutz profitiert durch eine höhere Artenvielfalt. Organisiert wird das über den örtlichen Landschaftspflegeverband. Im Bundesland Hessen nutzen die Kommunen ihre Landschaftspflegeverbände im besonderen Maße als Partner bei solchen Ausgleichmaßnahmen. „Das ist deutschlandweit vorbildlich“, lobte Göppel. Der Vorsitzende des DVL sieht bei den Landschaftspflegeverbänden in Deutschland eine wichtige Rolle, um die unterschiedlichen Interessen vor Ort zu bündeln.

Beim Thema Beweidung kritisiert der DVL vor allem die EU-Agrarpolitik. „Leider wurde im Zuge der Agrarreform weder bei den Förderhöhen, noch bei der Entlastung der Betriebe durch überbordende Bürokratie ein Durchbruch erzielt“, so Göppel. Viele Weidebetriebe stehen vor einem Generationswechsel. Letztlich entscheiden wirtschaftliche Gesichtspunkte, ob ein Nachfolger den Hof weiterführt oder nicht. Die Agrarpolitik besitzt dabei eine Schlüsselrolle und müsste schnell wirksame Lösungen anbieten.

Die 155 Landschaftspflegeverbände in Deutschland sind Zusammenschlüsse aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitiker. Sie arbeiten deutschlandweit mit über 2.000 Gemeinden, 25 kreisfreien Städten und 115 Landkreisen zusammen. Sie organisieren dabei Artenschutz und Landschaftspflege auf kommunalen Flächen, beraten Gemeinden bei Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen oder sind für die dauerhafte Pflege von Ausgleichsflächen verantwortlich.

Kontakt: Dr. Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Feuchtwanger Str. 38, 91522 Ansbach, Tel: 0981/4653-3541, E-Mail: metzner@lpv.de


Weitere Informationen zur Veranstaltung und Vortragsfolien zum Download finden Sie hier.

zurück zur Übersicht