Deutscher Landschaftspflegetag 2016

08.07.2016

Lebendige Vielfalt in der Kulturlandschaft nur mit aktiven Landwirten

Wie kommen der Erhalt der biologischen Vielfalt in den Kulturlandschaften und eine zukunftsfähige Landwirtschaft zusammen? Diese übergreifende Frage diskutierten die knapp 200 Teilnehmer des diesjährigen Deutschen Landschaftspflegetages in Dresden.  

Lebendige und vielfältige Kulturlandschaften sind nur durch aktive Landwirtschaft möglich. „Landwirte müssen aber durch mehr Naturschutz auch einen echten finanziellen Vorteil erlangen. Dafür bedarf es dringend einer Anpassung der Förderrichtlinien in der Agrarpolitik“, sagte Florian Meusel, stellvertretender Vorsitzender des DVL. Auch in vielen Diskussionen war dies eine zentrale Aussage. Die Bewirtschaftung von naturschutzfachlich wertvollen landwirtschaftlichen Flächen ist häufig ohne eine Förderung ökonomisch nicht tragfähig. Aus Sicht der Landwirte und Landschaftspflegeverbände ist eine verlässliche, langfristige Förderzusage durch die Politik notwendig. Dies ist Grundbedingung für eine dauerhafte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.  

„Die Landschaftspflegeverbände sind wichtige Partner bei der Umsetzung eines kooperativen Naturschutzes mit der Landwirtschaft„ betonte Staatssekretär Herbert Wolff aus dem Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Die Wertschätzung dieser besonderen Rolle für Sachsen drückt sich auch darin aus, dass das Land Sachsen - bislang als einziges Bundesland in Deutschland - die Landschaftspflegeverbände dauerhaft finanziell unterstützt. Diese Mittel gewährleisten in Sachsen eine Beständigkeit in der Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen. 

Biologische Vielfalt bietet Chancen für die Landwirtschaft

„Eine Zukunft wird gut sein, wenn sie vielfältig ist“ – so Stefan Schröder von der BLE. Damit ist die biologische Vielfalt gemeint, aber es braucht auch eine Vielfalt an Produktionssystemen. Die Schönheit von Bergwiesen oder eine typische regionale Rasse spielen für den Tourismus von ländlichen Regionen eine wichtige Rolle. Verbraucher können z.B. mit Produktqualitäten wie „Weide- oder Heumilch“ gewonnen werden, Kaufentscheidungen im Sinne der biologischen Vielfalt zu treffen. Es ist deshalb dringend erforderlich, die Verbraucher über die Zusammenhänge noch besser zu informieren und das Thema bereits in der Aus- und Fortbildung zu platzieren.

In den Fachforen konnten sich die Teilnehmer zu den Themen „Grünland, gebietsheimische Pflanzen, Biotopverbund, Ökologische Vorrangflächen und Vermarktung alter Sorten und Rassen informieren und diskutieren.   Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) lädt jedes Jahr zum Landschaftspflegetag ein, dieses Mal  war die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit ihrem Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt Mitveranstalter. Vorträge sind unter www.lpv.de öffentlich zugänglich.  

Fotos links: StS Herbert Wolff, SMUL (oben), Florian Meusel, DVL (unten)

Pressemitteilung zum Ausdrucken im pdf-Format

Kontakt: Andrea Matt, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Feuchtwanger Straße 38, 91522 Ansbach, www.lpv.de, Tel: 0981/4653-3551, E-Mail: a.matt@lpv.de

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