Deutscher Landschaftspflegepreis 2019

Zwei Projekte und drei Personen wurden am Deutschen Landschaftspflegetag 2019 für ihre herausragenden Leistungen zum Erhalt und zur Entwicklung der Kulturlandschaften mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet. Dr. Gabriele Andretta MdL, Präsidentin des Niedersächsischen Landtages, und Josef Göppel, Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege, übergaben die Preise am 4. Juli 2019 in Göttingen.

Wie jedes Jahr wurden auch 2019 die Gewinner anhand eines Bewertungsbogens ermittelt, welcher von den Vorständen, dem Fachbeirat und den ehrenamtlichen Koordinierungsstellen des DVL aus ganz Deutschland ausgefüllt wurde.

"Innovative Projekte"

Ziegenfreunde Bermersbach

1. Preis Innovative Projekte: Ziegenfreunde Bermersbach (v.l.n.r. Werner Fritz (Ziegenfreunde), Josef Göppel MdB a.D., Ruth Hertweck (LEV Rastatt), Sonja Wiederrecht, Hans-Jörg Wiederrecht (beide Ziegenfreunde), Diana Fritz (LEV Rastatt), Dr. Gabriele Andretta MdL, Johannes Wunsch (Ziegenfreunde))

Für den Erhalt der historischen Kulturlandschaft des mittleren Murgtals engagieren sich die Mitglieder des Vereins seit 1998 sehr erfolgreich. Burenziegen, die ausschließlich der Landschaftspflege dienen, weiden auf den steilen, nährstoffarmen Böden. Durch diese Form verträglicher Bewirtschaftung werden wertvolle Lebensräume vieler Arten effektiv geschützt. Mit dem Zusammenschluss unzähliger Einzelgrundstücke zu großen, zusammenhängenden Weideflächen und dem Angebot der Ziegenpatenschaften leistete der Verein Pionierarbeit und trägt wesentlich zur Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Kulturlandschaft bei.

Naturweiden Donaumoos

2. Preis Innovative Projekte: Natuweiden Donaumoos (v.l.n.r.: Dr. Gabriele Andretta MdL, Anja Schumann, Dr. Ulrich Mäck, Josef Göppel MdB a.D.) Foto: Dieter Eikenberg

Um ökologisch wertvolle Flächen nachhaltig zu schützen, setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos erfolgreich für eine naturschutzkonforme Landnutzung ein. Durch einen Zusammenschluss extensiver Weideflächen garantiert sie eine schonende Landnutzung von 234 ha Fläche und trägt damit maßgeblich zu einer enormen Artenvielfalt bei. Durch angepasste Bewirtschaftung wiedervernässter Moorflächen wirken die Landwirte des Projekts als Klimawirte der ersten Stunde und repräsentieren eine moderne multifunktionale Landwirtschaft in einem einzigartigen Biotopverbund.

"Engagierte Personen"

Bernd Eißrich

1. Preis Engagierte Personen: Bernd Eißrich (v.l.n.r.: Josef Göppel MdB a.D., Dr. Gabriele Andretta MdL, Bernd Eißrich) Foto: Dieter Eikenberg

Für die Entwicklung der sächsischen Kulturlandschaft setzt sich Landwirt Bernd Eißrich seit vielen Jahren auf vorbildliche Weise ein. Seit über 20 Jahren ist er als Mitglied im Vorstand des Landschaftspflegeverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aktiv. Mit seinem umfangreichen berufspraktischen Erfahrungsschatz engagiert er sich bei vielfältigen Landschaftspflegemaßnahmen, im Besonderen für den Erhalt wertvoller Streuobstbestände. Zudem wirkt er als authentischer Multiplikator zur Vermittlung landschaftspflegerischen Wissens über die Region hinaus.

Roland Barthelmes

2. Preis Engagierte Personen: Roland Barthelmes (v.l.n.r.: Julia Gombert (LPV "BR Thüringische Rhön"), Dr. Gabriele Andretta MdL, Solveig Barthelmes, Arno Rudolph (Laudatio), Roland Barthelmes, Petra Ludwig (LPV "BR Thüringische Rhön"), Josef Göppel MdB a.D.) Foto: Dieter Eikenberg

Roland Barthelmes leistet als dienstältester Kreisschäfermeister Thüringens einen wichtigen Beitrag zum Erhalt landschaftstypischer Biotope der thüringischen Rhön. Er ist Mitinitiator eines länderübergreifenden Exkursionsprogrammes zwischen Hessen und Thüringen, das jährlich für private wie institutionelle Akteure naturschutzfachlichen Austausch ermöglicht. Sein besonderes Augenmerk gilt der Förderung des beruflichen Nachwuchses, um nachhaltige Landschaftspflege durch Schafbeweidung auch in Zukunft zu ermöglichen.

"Undotierter Sonderpreis"

Professor Dr. Wolfgang Schumacher

Sonderpreis: Professor Dr. Wolfgang Schumacher (v.l.n.r.: Dr. Gabriele Andretta MdL, Josef Göppel MdB a.D., Prof. Dr. Wolfgang Schumacher) Foto: Dieter Eikenberg

Professor Dr. Wolfang Schumacher hat sich als Ordinarius für Geobotanik und Naturschutz der Universität Bonn und Abteilungsleiter für Landwirtschaft, Gartenbau und ländlichen Raum im nordrhein-westfälischen Land- und Umweltministerium aktiv in die Entwicklung der Landschaftspflege eingebracht. Der „Eifel-Professor“ gilt als „Vater des Vertragsnaturschutzes“ in Deutschland. Aus Überzeugung setzt er sich für die Belange der Kulturlandschaft und des Naturschutzes ein. Vor allem die gleichberechtige Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschützern ist ihm ein zentrales Anliegen.

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