"Vorbildliche Projekte"

Erfolgreiches Grundwasserschutzprojekt im Naturpark Altmühltal: Kooperation statt Restriktion (Bayern)

So wird Grundwasserschutz erfolgreich: Der Gewässerzweckverband Jachenhausener Gruppe, der seit Jahren mit zu hohen Nitratwerten im Trinkwasser zu kämpfen hatte, setzte statt auf eine teure Denitrifizierungsanlage auf die Kooperation aller Beteiligten. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt, dem Wasserwirtschaftsamt, dem Bauernverband, den Kommunen und dem Landschaftspflegeverein VöF wurde ein Schutzkonzept erarbeitet. Dieses Konzept ruht auf drei Säulen:
Die hohe Nitratbelastung des Trinkwassers nach Niederschlagsereignissen wurde durch punktuellen (Dolinensanierung) und flächigen Grundwasserschutz (grundwasser-schonende Bewirtschaftung landwirtschalftlicher Flächen) vermindert. Dazu kamen umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, um die Zusammenhänge im karstigen Frankenjura der Bevölkerung nahe zu bringen.
Aufgrund des bestehenden hervorragenden Netzwerkes des Landschaftspflegeverbands übernahm dieser das Management des gesamten Konzeptes.
Regelmäßig vorgenommene Kontrollen bestätigten den Erfolg: innerhalb von zwei Jahren konnte eine deutliche Absenkung der Nitratwerte im Boden erreicht werden. In der Folge ist auch die Belastung des Grundwassers gesunken.
Mit den nachweisbaren Erfolgen und der praxisnahen Beratung besitzt dieses Projekt zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie Modellcharakter, so dass es nicht nur mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis 2010 ausgezeichnet, sondern unter die 100 besten Leader+-Projekte eingereiht wurde.

Moderation und Umsetzung des Gewässerrandstreifenprogramms entlang der Altenau, Niedersachsen

Entlang der Altenau, ein 18 km langes Flüsschen in Niedersachsen, das in die Oker mündet, setzt der Landschaftspflegeverband Wolfenbüttel mit den Grundstückseigentümern das Projekt „Gewässerrandstreifenprogramm“ um. Damit dient die Landschaftspflege der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.
In diversen Vorgesprächen wurden Konfliktfelder erfasst und die erfolgreiche Projektumsetzung in einer gemeinsamen Projektharmonisierung vereinbart. Da die Ackerzahlen in der Region sehr hoch sind, ist es insbesondere schwierig, Flächen entlang der Gewässer aus der Prodsuktion zu nehmen oder extensiv zu bewirtschaften.
Im Ergebnis des engagierten Einsatzes der Landschaftspfleger erklärten sich ca. 80% der Anlieger zur Zusammenarbeit bereit. In der Folge wurden mehr als 18 ha LN mit über 90 Bodenpunkten zu Gewässerrandstreifen entwickelt.
Für die Begrünung durch Graseinsaat übernahm der LPV Wolfenbüttel das Management und entwarf in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde ein Pflegemodell und den erforderlichen Pflanzplan. Der Landschaftspflegeverband pflanzte 5000 Büsche und Bäume entlang der Altenau.
Weitere vom Landschaftspflegeverband erworbene Restflächen wurden ökologisch aufgewertet und für Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit genutzt.
Die besondere Leistung innerhalb des Projekts liegt darin, in einer hochwertigen Ackerbauregion Flächen für Gewässerrandstreifen zu aktivieren und zu managen, und zwar nicht gegen, sondern gemeinsam mit den Landwirten. Diese reife Leistung hat den Deutschen Landschaftspflegepreis 2010 verdient.

"Engagierte Personen"

Detlef Ratjen - Aukrug, Schleswig-Holstein

Trotz eines sehr bescheidenen Auftretens und dem Bestreben, eher in der 2. Reihe zu stehen, ist Detlef Ratjen ein Mensch, der ein positives Bild des Naturschutzes in Schleswig-Holstein mitgeprägt hat. Besonders in seiner von ihm überaus geliebten Heimat Aukrug ist der feste Platz des Naturschutzes in allen Bevölkerungskreisen ohne ihn nicht denkbar. Der Ausgleich zwischen der Landnutzung einerseits und dem Naturschutz und der Landschaftspflege andereseits war Detlef Ratjen immer ein besonderes Anliegen. Als einer der ersten im Land forcierte er den naturnahen Gewässerausbau und förderte damit die durch bäuerliche Strukturen maßgeblich geprägte Schönheit und Vielfalt seiner Heimat. Er leitete die Gründung des „Naturschutzrings Aukrug“ in die Wege, aus der Überzeugung heraus, dass sich Landwirte freiwillig für den Naturschutz engagieren, wenn sie von Sinn und Zweck überzeugt sind und eine Gelegenheit dafür finden.

Seine Arbeit als Vereinsvorsitzender trug reiche Früchte. So wurden mehrere hundert Hektar Wald aus der Nutzung genommen und zu Naturwäldern entwickelt.Der Naturschutzring übernimmt überwiegend die Umsetzung der Natura-2000-Ziele in diesem Gebiet, wie die Pflege von über 200 ha Heide und naturnahem Offenland und die Umsetzung zahlreicher Artenschutzmaßnahmen.
Zwei besondere, über die Region ausstrahlende, Projekte mit nachhaltiger Wirkung stellen ERNA e.V. (Extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug) und der Artenschutzkatalog dar.
Das Ziel ist hierbei, das naturnahe Offenland des Aukrugs aus der Region heraus gemeinschaftlich und qualitativ hochwertig zu pflegen. Das Projekt hat sich zu einem regionalen Markenzeichen entwickelt und erzielt mit seinem Vorbildcharakter eine überregionale Wirkung. Vor allem die örtlichen Landwirte sowie viele weitere Bürger der Region beteiligen sich daran. Für dieses langjährige Engagement erhielt Detlef Ratjen den Deutschen Landschaftspflegepreis 2010.

Margot Franck und Gert Harz - Lommatzsch, Sachsen

Seit vielen Jahren engagiert sich die Betriebspartnerschaft Margot Franck und Gert Harz in der Lommatzscher Pflege, einer fruchtbaren Ackerregion bei Meißen, im Naturschutz. Sie wirtschaften in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft nach hohen ökologischen Maßstäben.
Auf einer Gesamtbetriebsfläche von 200 ha (davon 55 ha im ökologischen Landbau) finden sich neben Gemüse- und Getreideanbau 20 ha artenreiches Grünland wie Auwiesen und Magerrasen, letztere durch Schafe beweidet, ausgedehnte Streuobstbestände, Feldgehölze und 7 ha Wasserfläche eines naturnahen Speichers mit der größten Teichmuschelpopulation im Altkreis Meißen.

Margot Franck und Gert Harz sind die ersten sächsischen Produzenten von zertifiziertem, gebietsheimischem Wildpflanzensaatgut für Naturschutzmischungen. Insgesamt blühen und fruchten auf 17 ha Fläche 20 Gräser- und Kräuterarten.

Größtenteils ohne Fördermittel wurden Gehölzstrukturen und Ackerrandstreifen neu angelegt und Heuwiesen mit gebietsheimischem Wildpflanzensaatgut aufgewertet.
Das Engagement der beiden konzentriert sich auf die aufwendige Gestaltung naturnaher Strukturen in der ansonsten weitgehend ausgeräumten Lommatzscher Pflege. Die geschaffenen Flächen sind wertvolle Refugien für viele speziell angepaßte und bedrohte Pflanzen und Tiere.

"Sonderpreis"

Privatbrauerei Metzler GmbH&Co. KG Dingsleben

Metzlers Handeln ist geprägt von einem breiten Engagement für die Entwicklung der gesamten Region und der Landschaft im Naturpark Thüringer Wald. Er ist dem Thüringer Wald mit Herz und Seele verbunden.
Dort engagiert er sich auch für Regional- und Landschaftspflegeprojekte. Er unterstützt die Thüringer WaldCard, das Naturtheater Steinbach-Langenbach und das Naherholungsgebiet Bergsee Ratscher finanziell und durch persönlichen Einsatz. Er bringt viele eigene Ideen und Vorschlägen ein und setzt seinen Einfluss für eine positive Wirkung von Vorhaben ein.  Zu den besonderen Projekten unter seiner Federführung gehört u.a. der alljährliche Bergwiesen-Mähwettbewerb des Landschaftspflegeverbands Thüringer Wald.

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Promenade 9 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-1800-990 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de
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