"Innovative Projekte"

„Birkenfelder Originale“-die Streuobstinitiative im Hunsrück

Mit der Streuobstinitiative des Landschaftspflegeverband Birkenfeld, Rheinland-Pfalz, sollen die wertvollen Streuobstwiesen als prägendes Element der Kulturlandschaft im Hunsrück erhalten und entwickeln werden. Durch Angebote von Schnittkursen, Sortenbestimmung und -beratung und gemeinsame Pflückaktionen werden die Besitzer der Streuobstbäume motiviert, ihre Bestände wieder zu nutzen, zu pflegen und neue zu pflanzen.

Die Aktionen tragen bereits Früchte, so liegt die Erntemenge in guten Jahren bei über 100 Tonnen Äpfel, die in regionalen Keltereien verarbeitet werden. Was mit einer Produktpalette von klaren und trüben Apfelsaft in den Regalen der Einzel- und Getränkefachmärkten in der Region begonnen hat, ist auf mittlerweile um Apfelwein, Apfel-Kirsch-Nektar und mehrere Seccos erweitert worden.

Diese Produktpalette wird seit 2006 unter der mit Beteiligung der Verbraucher entwickelten Dachmarke „Birkenfelder Originale“ vermarktet. Durch professionelles Marketing und Aufbau einer Internetplattform kam es im 2006 zu einer Absatzsteigerung auf ca. 65.000 l Saft. So verbleiben durch die Vermarktung der Streuobstprodukte rund 50.000 € in der Region.

Ein interaktiver Streuobstlehrpfad in der Gemeinde Mackenrodt informiert alle interessierten Bürger und Besucher über das Projekt. Seit bestehen der Streuobstinitiative werden mehr als 1000 Apfelbäumen wieder genutzt und über 900 Hochstamm-Obstbäume wurden gepflanzt.

Der Riedelhof Eubabrunn im sächsischen Vogtland

Der Landschaftspflegeverband Oberes Vogtland hat mit dem 2003 rekonstruierten, unmittelbar an der tschechischen Grenze gelegenen Riedelhof ein einzigartiges Projekt auf die Beine gestellt. Hinter den Mauern in traditioneller, vogtländischer Volksbauweise finden moderne, naturverträgliche Landwirtschaft und Kultur zusammen.

Der Riedelhof dient heute als Ort innovativer, oft grenzüberschreitender, ökologischer Projekte, der bäuerlichen Direktvermarktung (Naturmärkte) und als Begegnungsstätte für Kunst und Kultur. Die verschiedensten Angebote wie Streuobstprojekte, die Wiederbelebung des Landfilms, Internationale Bildhauersymposien, Spezialmärkte und Bergwiesenwettbewerbe werden in enger Zusammenarbeit mit  tschechischen Partnern durchgeführt.

Bei den Projekten steht im Vordergrund, dieKulturlandschaft durch naturnahe Nutzung zu erhalten und umweltbewusste Bürger für Mitarbeit und Engagement zu gewinnen. Jährlich durchschnittlich 35 hochkarätige Veranstaltungen stehen im Riedelhof auf dem Programm, insgesamt drei Mitarbeiter unterstützen das Team in Sachsen mit dem Projekt.

"Engagierte Personen"

Albert Löhner, Landrat des Landkreises Neumarkt i.d.Opf. und Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Neumarkt i.d.Opf.

Albert Löhner hatte schon immer die ganze Region um Neumarkt im Blick: er initiierte Anfang der 90iger Jahre die Schule für Dorf- und Landentwicklung im Kloster Plankstetten im Landkreis Neumarkt als erste derartige Einrichtung in Bayern.

Als Wegbereiter des kooperativen Naturschutzes initiierte er 1993 das erste BayernNetz Natur-Projekt im Tal der Weißen Laaber und damit eines der großen Biotopverbundprojekte in der Oberpfalz. Umgesetzt durch den Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.Opf. war das Projekt eines der ersten im Naturschutz, in dem die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren unter Beteiligung der Bürger vor Ort hervorragend funktionierte. Weitere von Albert Löhner initiierte Naturschutzprojekte folgten.

Unter seiner Federführung wurde die Regionale Innovationsagentur REGINA ins Leben gerufen, die bayern- und bundesweit als vorbildliches Beispiel für die Entwicklung des Ländlichen Raumes steht mit der Regionalmarke „NeuMarkt“, dem regionalen Bonussystem „Regionaldo“ oder der Tourismusmarke „Oberpfälzer Juratäler“. Im Zusammenhang damit etablierte er eine nachhaltige Regionalentwicklung mit aktiver Bürgerbeteiligung.

Auch der Erhalt der Bäuerlichen Landwirtschaft liegt ihm sehr am Herzen. So konnte man immer auf ihn zählen, wenn es darum ging, regionale landwirtschaftliche Produkte wie „Juradistl-Lamm“ und „Laaber Weisser Apfelsaft“ zu bewerben.

Umweltbildung sieht er als wichtiges Instrument für die Verwurzelung von Menschen in einer Region. So wurde die Umweltbildungsstation am Habsberg unter seiner Federführung aufgebaut und etabliert.

So viel Weitsicht und Engagement wurde mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis 2007 ausgezeichnet.

Horst Möhring, ehrenamtlicher Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes „Lenzener Elbtalaue“

Als Landwirt und Vorsitzender führte Horst Möhring seit 1990 unter dem Dach der „Agrar-Holding Lenzen“ Landwirtschaft, Tourismus, Kultur und Wirtschaftsförderung zusammen und engagiert sich besonders bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien.
Durch Erhalt und Umnutzung der örtlichen Infrastruktur hat er entscheidend dazu beigetragen vielfältige neue Arbeitsplätze zu schaffen, z.B. im Bereich Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung, Landschaftspflege und Umweltbildung.
Als besonders herausragende Beispiele sind hier eine Filzschauwerkstatt, ein Schullandheim mit Umweltbildungsangeboten und die Arbeit mit alten Anbausorten zu nennen.
Unter seiner Federführung ist so in der strukturschwachen Region an der brandenburgischen Elbe eine völlig neue Arbeitslandschaft entstanden, die entscheidend dazu beiträgt, die Lebendigkeit und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes zu stärken und den Menschen ihre Identifikation mit der Region, ihrer Heimat, zurückzugeben.
Das Engagement von Horst Möhring machte den LPV zu einer Plattform für Vernetzung und Kommunikation der nachhaltigen Regionalentwicklung.
In seinem wohlverdienten Ruhestand isetzt er sich engagiert für die Deichrückverlegung Lenzen und Schaffung neuer Überflutungsräume an der Elbe zum Aufbau einer in Europa einzigartigen intakten Auenlandschaft zu engagieren.

Dieses Lebenswerk zeichnet der Deutsche Verband für Landschaftspflege mit dem Deutschen Landschfatspflegepreis 2007 aus.

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