"Innovative Projekte"

Betriebsbezogene Naturschutzpläne für Landschaftspflege mit Schafen, Sachsen-Anhalt

Inhalt dieses Projekts war eine biotoptypengerechte Schafbeweidung von naturschutzfachlich wertvollem Grünland. Dabei wurden in Sachsen-Anhalt erstmals betriebliche Naturschutzpläne als Grundlage für den Landwirt und die Behörden erstellt. Darin werden alle Agrarumweltprogramme, Vertragsnaturschutz und Verpflichtungen etwa aus der Umsetzung von Natura 2000 auf Betriebsebene zusammengefasst und optimiert.

Sinn und Zweck ist es, eine Vereinfachung der Bewirtschaftung zu erreichen. Davon profitieren der Naturschutz und die landwirtschaftlichen Betriebe gleichermaßen, weil die einzelnen Maßnahmen in die Arbeitsabläufe des Betriebs eingebaut werden.

Der Erfolg nach zwei Projektjahren: Flächen, die bereits nicht mehr genutzt wurden, weil ihre Bewirtschaftung dem Betrieb zu aufwändig und fremd geworden war, konnten wieder beweidet werden, die Filzschicht ist abgetragen, einzelne Arten wie das Frühlings-Adonisröschen nehmen zu und die Verbuschung ist gestoppt.

Die bisherigen Projektergebnisse liefern Impulse für die inhaltliche Neugestaltung der Agrarumweltprogramme ab 2007.

Dafür wurde dieses Projekt mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis 2006 ausgezeichnet.

Treenelandschaft ins Bild gesetzt, Schleswig-Holstein

Der Naturschutzverein Obere Treenelandschaft hat im vergangenen August acht renommierte Künstler aus den Reihen der Norddeutschen Realisten eingeladen, die von Wasser, Wiesen, Wäldern und Dünen geprägte Region südlich von Flensburg in Bildern festzuhalten. Gemalt wurde eine Woche lang pleinair, also unter freiem Himmel, bei Wind und Wetter. In dieser Zeit sind über 100 wunderbare Bilder entstanden, die verschiedene Landschaften, Wolkenformationen und Stimmungen der Treenelandschaft wiedergeben.

Begleitend ist ein Bildband mit einer Auswahl von Werken und Texten sowie Fotos des Symposiums entstanden. Eine gelungene Präsentation der Oberen Treenelandschaft auch für diejenigen, die kein Öl- oder Aquarellbild auf der anschließenden Ausstellung erstanden haben.

Die Künstler erhielten an den 7 Tagen vom Verein eine all-inclusive Versorgung inkl. Unterbringung und Verpflegung. Neben diesem Service entstanden nicht unerhebliche Kosten für den Druck von Plakaten sowie des Bildkataloges. Mit Hilfe von Sponsoren und dem Erlös aus den Bilderverkäufen konnte mittlerweile jedoch ein Gewinn erwirtschaftet werden.
Die Bilder waren im März 2006 im Landtag in Kiel ausgestellt.

Dieses kreative Projekt mit hervorragenden Effekten für die Öffentlichkeitsarbeit wurde 2006 mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet.

"Engagierte Personen"

Bäuerlicher Familienbetrieb Discher - Briest, Uckermark (Brandenburg)

Der Landwirtschaftsbetrieb Discher, Mitglied im Landschaftspflegeverein, kooperiert mit dem Landschaftspflegeverein Randow-Welse-Sernitz in Brandenburg. Seit 1992 ist Gerhard Discher Gründungs- und Vorstandsmitglied, hat Pflegeverträge über Hecken- und Saumpflanzungen an Feldrainen, Straßen und Grabenrändern in seiner Obhut.
Er leitet einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 450 ha Acker- und Grünland, lässt 100 Mutterkühe weiden und hat 350 Schweine im Stall.

Mit Hecken und Grabenbepflanzungen in der Randow-Niederung fing alles an, doch mit der Zeit wurde das Arbeitsgebiet des Landschaftspflegers Discher immer größer. Ob nun Pflanzungen in Peetzig, Wilmersdorf, Groß Schönebeck oder Pflege- und Unterhaltsarbeiten im gesamten Verbandsgebiet - alles packte er mit Herzblut an!
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: mittlerweile kümmert er sich um über 54.000 Sträucher!

Im ausgeräumten und meliorierten Niedermoor der Randow-Niederung pflanzte er Anfang der 90er Jahre die ersten einheimischen und dorftypischen Gehölze wie Schlehen, Holunder, Flieder, Weißdorn, Wildapfel, Birnen und Ebereschen. Das derzeit größte Projekt findet im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen von Straßenbauarbeiten statt.

Gerhard Discher ist nicht nur engagierter Landschaftspfleger, er richtete zahlreiche Arbeitsplätze (30) ein, zumeist für Frauen aus dem Ort, die sich vor allem mit der Ernte und Verarbeitung der Wildfrüchte zu Wein, Marmelade, Liköre und Saft wie zu Großmutters Zeiten beschäftigen. Daran angegliedert wurde eine mittlerweile etablierte Vermarktung dieser Produkte.
Mit seiner Arbeit trägt er maßgeblich zur Identifizierung der heimischen Bevölkerung mit ihrer Region bei, fördert das Interesse und motiviert zur Mithilfe. Dafür wurde er mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis 2006 ausgezeichnet.

Frieder Stimpel, 1. Bürgermeister in Schneeberg (Sachsen)

Frieder Stimpel trifft man selten im Büro. Lieber ist er in Schneeberg unterwegs und redet mit den Menschen, besichtigt Baustellen, trifft Vereinbarungen und löst Konflikte. Dabei stellt er sich nie in den Mittelpunkt.

Eines seiner Steckenpferde ist die Landschaft rund um die Bergbaustadt Schneeberg. So konnte der Landschaftspflegeverband Westerzgebirge mit Unterstützung der Stadt Schneeberg zahlreiche Hecken, eine Streuobstwiese und eine Waldrandgestaltung auf kommunalem Grund anlegen. Im Ortsteil Lindenau begann die erste Flurneuordnung in Sachsen, bei der die Stadt Schneeberg eine Vielzahl von Biotopen und Randflächen in ihre Verantwortung übernommen hat.

Frieder Stimpel ist ein Befürworter der Naturmärkte im Erzgebirge. Der Landschaftspflegeverband hat den ersten Naturmarkt 1995 in Schneeberg auf dem Marktplatz mit großem Erfolg durchgeführt, was ohne die unkomplizierte Unterstützung des Bürgermeisters nicht möglich gewesen wäre. Es war etwas völlig Neues für die Region. Er übernahm die Schirmherrschaft und hält diese bis heute aufrecht. 2006 findet nun schon der 12. Naturmarkt in Schneeberg statt und erfreut sich weiterhin großer Popularität.

Herr Stimpel war der Initiator für die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge der Kommunen und Landwirte für den Landschaftspflegeverband Westerzgebirge . Dies stellt einen unschätzbaren ideellen und finanziellen Dienst für den Verein und die Wertschätzung der Arbeit dar. Seinem Engagement ist die Mitgliedschaft des Landkreis Aue-Schwarzenberg im Landschaftspflegeverband mit zu verdanken.

Ohne die Aktivitäten von Frieder Stimpel in der kommunalen und politischen Arbeit hätte der LPV Westerzgebirge manche Erfolge nicht erreichen können. Es ist eine Partnerschaft entstanden, die auf gegenseitiges Vertrauen, Ehrlichkeit und Menschlichkeit basiert. Für diesen überdurchschnittlichen Einsatz wurde Frieder Stimpel 2006 mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet.

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