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Mehr Freiraum für Bauern und mehr Natur

07.02.2017

Zukünftige Ausrichtung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik

Mehr Freiraum für Bauern und mehr Natur

DVL stellt in Brüssel die „Gemeinwohlprämie“ für Landwirte vor

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) legt in Brüssel mit der „Gemeinwohlprämie“ ein Modell vor, das sich von bisherigen Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik abhebt. Diejenigen Landwirte, die mehr Gemeinwohl-leistungen im Bereich Biodiversität, Klima- und Gewässerschutz erbringen, sollten künftig mehr Prämie bekommen. Auch können Landwirte aus unternehmerischer Sicht frei entscheiden, auf welchen Betriebsflächen Gemeinwohlleistungen oder Produktion im Vordergrund stehen sollen.

„Wir wechseln damit bewusst die Perspektive“ so Josef Göppel MdB, Vorsitzender des DVL. Während bisher den Landwirten bestimmte Hürden gesetzt wurden, um Zahlungen wie die Greeningprämie zu erhalten, werden mit der Gemeinwohlprämie die aktuell erbrachten Umweltleistungen über Punkte bewertet und entgolten. Landwirte können über einen Betriebsrechner die Wirtschaftlichkeit weiterer Umweltmaßnahmen kalkulieren und entscheiden, ob es sich lohnt, mehr Nahrungsmittel oder mehr Umweltleistungen zu produzieren. Wie die bisherigen Erfahrungen aus einem Modellprojekt in Schleswig-Holstein mit 100 Betrieben zeigen, bemühen sich Landwirte vor allem auf unproduktiven Standorten zu extensiveren und damit ihre betriebliche Punktzahl zu erhöhen. Ein Win-Win-Effekt! Oft sind genau diese Flächen für seltene Tier- und Pflanzenarten interessant.

Die Gemeinwohlprämie zielt auf einen besseren Schutz von Biodiversität, Klima und Gewässer. Sie ersetzt keine speziellen Förderprogramme im Arten- und Gewässerschutz, wie zum Beispiel die Vertragsnaturschutzprogramme in der 2.Säule. Für die Förderung des Tierwohls müssten ergänzende Förderprogramme aufgelegt werden.

Der Erfolg der Gemeinwohlprämie hängt wesentlich von einem geringeren bürokra-tischen Aufwand für Landwirte und Verwaltung ab. Der ist überschaubar. Für die Bewertung der Betriebe werden Betriebsdaten genutzt, die der Landwirt ohnehin im Sammelantrag angibt. Die Gemeinwohlprämie schließt also nahtlos an das jetzige Verwaltungs- und Kontrollsystem an.

Es bedarf allerdings eines auskömmlichen Agrarbudgets, um die gewünschte Lenkungswirkung zu mehr Biodiversität, Klima- und Gewässerschutz zu erreichen. Der DVL unterstützt deshalb alle Bemühungen, die Agrargelder in der jetzigen Höhe zu erhalten.

Für den DVL-Vorsitzenden Josef Göppel besticht der Vorschlag der Gemeinwohlprämie durch seine Logik. „Landwirte, die mehr Gemeinwohlleistung erbringen bekommen mehr Prämie. Das entspricht guter landwirtschaftlicher Denkweise. Und für Natur und Klima wird damit mehr getan, als im alten System“.

Das aktuelle Policy Paper (deutsch, englisch) und weitere Hintergründe können auf der Homepage das DVL www.lpv.de heruntergeladen werden.

Kontakt: Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Feuchtwanger Str. 38, 91522 Ansbach, Tel: 0981/4653-3541, E-mail: metzner@lpv.de

Pressemitteilung im pdf-Format:

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