Wie es zu diesem Projekt kam
Die Nutzung von Biomasse als Energieträger wird zunehmend als Möglichkeit gesehen, die konventionelle Energieversorgung auf Basis fossiler Ressourcen in Richtung nachhaltiger Energiesysteme weiterzuentwickeln. Sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene verstärken sich die Anstrengungen, durch den Einsatz von Bioenergie die Treibhausgasemissionen und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu senken.
 
In diesem Zusammenhang kann Biogas einen hohen Beitrag leisten, der aufgrund des Potenzials der Vergärung von Energiepflanzen in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnt. Dabei kommt es zunehmend zu Diskrepanzen zwischen dem Umwelt- und Naturschutz sowie der Landwirtschaft, da der Energiepflanzenanbau häufig mit einer Intensivierung der Nutzung einhergeht. Beispielsweise sind die Verkürzung der Fruchtfolge, ein hoher Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, zunehmende Bodenerosion, sinkende Grundwasserneubildung, hohe Nutzungsfrequenz des Grünlandes oder gar der Umbruch von Grünland zu nennen.

In vergangenen und laufenden Projekten, die sich mit der Ermittlung von Biomasseerträgen zur Biogasproduktion beschäftigen, wird zumeist nur auf der Basis der bekannten landwirtschaftlichen Nutz- und Kulturpflanzen geforscht. Mehrjährige landwirtschaftliche Kulturpflanzen wie Gräser und einige Kleearten können ihre Ertragsleistung meist nur über einen mehrmaligen Schnitt erbringen. Für jeden Schnitt sind Erntekosten von 100 – 200 €/ha anzusetzen, wodurch die Biomasseproduktion erheblich verteuert wird. Jeder Schnitt führt im Übrigen auch zu erheblichen Verlusten bei Wildtieren. Die einjährigen Kulturpflanzen wie Mais, Raps und Getreide müssen jährlich neu mit mehr- oder weniger intensiver Bodenvorbereitung angesät werden. Ohne ausreichende Düngung und Beikrautregulierung können nur geringe Biomasseerträge erwartet und das Ertragspotenzial nicht genutzt werden. Intensiver Dünger- und Pestizideinsatz verursacht nicht nur hohe Produktionskosten, sondern gefährdet auch die Umwelt. Zudem bieten die durch den Anbau von Monokulturen ausgeräumten Ackerlandschaften vielen Tierarten keinen Lebensraum mehr.

Mehrjährige Pflanzenarten (Geophyten und Hemikryptophyten) sind vorwiegend in der gärtnerischen Verwendung bekannt und werden dort als farb- und strukturprägende Elemente eingesetzt, die über einen mehrjährigen Zeitraum dieser Aufgabe nachkommen. Der jährliche Aufwuchs wird meist im Herbst abgeschnitten und entsorgt. Bemerkenswert ist hier die jährliche, artspezifische Biomassebildung einzelner Arten - und das über mehrere Jahre mit nur wenig oder keinem Einsatz von Düngemitteln.

Im Rahmen des Forschungsprojektes "Lebensraum Brache" wurden verschiedene Pflanzenmischungen aus Wild- und Kulturpflanzen entwickelt, um möglichst heckenähnliche Strukturen temporär auf Ackerflächen zu gestalten. Da es sich um Stilllegungsflächen handelte, erfolgte auf diesen Flächen keine Düngung. Die Stickstoffversorgung erfolgte ausschließlich über den durch die Bodenbearbeitung vor der Saat mineralisierten und den durch die beigemischten Leguminosen im Laufe der Vegetationsperiode erzeugten Stickstoff. Auch Pflanzenschutzmittel wurden nicht eingesetzt. Einige Pflanzenarten haben sich in den Mischungen mit einem sehr hohen, jährlich wiederkehrenden Biomasseaufwuchs hervorgetan und den Anlass für das Projekt "Energie aus Wildpflanzen" gegeben.
Was mit dem Projekt erreicht werden soll
Über das Projekt
Partner
  
  
  
  
  
  
Kontakt & Infos
Haben Sie Fragen, Anregungen? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:

Christof Thoss
DVL-Bundesgeschäftsstelle
Feuchtwanger Str. 38
D-91522 Ansbach
Tel. +49-(0)981-4653-3546
Fax +49-(0)981-4653-3550
eMail: thoss@lpv.de