Neues Projekt: Bioenergie aus der Landschaftspflege -     Fachtagung und Dokumentation von Best-Practice-Beispiele
Aufgabenstellung
Wie die Forschungsvorhaben „Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von
Biomasse“ (Ökoinstitut 2004) und „Ökologischer optimierter Ausbau der Nutzung erneuerbar-
er Energien in Deutschland“ (DLR 2004) belegt haben, erzeugt die Landschaftspflege Biomas-
sepotenziale auf deren Nutzung unter dem Vorzeichen des Ausbaus der Erneuerbaren Ener-
gien nicht verzichtet werden sollte. Dieses gilt umso mehr als deutlich wird, dass der zunehm-
ende Energiepflanzenanbau nicht ohne nachteilige Auswirkungen und Risiken ist.

Entsprechend wurde im Zuge der jüngsten Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes
eine verstärkte Erschließung und Nutzbarmachung vorhandener biogener Reststoffpotenziale
aus der Landschaftspflege gefordert (DBV 2008, Göppel 2008). Ein Ergebnis dieser Diskus-
sionen ist die Einführung eines gesonderten EEG-Vergütungsbonus für die energetische Nutz-
ung von Landschaftspflegematerial ab 2009.
Synergien zwischen Bioenergie und Landschaftpflege
Durch die energetische Nutzung der Biomasse, die durch Maßnahmen der Biotop- und Land-
schaftspflege anfallen, sind Synergien zwischen Bioenergienutzung und Naturschutz möglich.
Das bei der Pflege anfallende Material muss, um den Zielen des Naturschutzes nachzukom-
men, von der Fläche entfernt werden. Aus diesem Grund besteht ein großes Interesse an
einer kostenneutralen Verwertung der anfallenden Biomasse.

In dem jüngst unter Beteiligung von Dr. Wolfgang Peters und des DVL abgeschlossenen
Projekt zu „Bioenergie und Naturschutz“ (Wiegmann et al. 2007) wurde untersucht, unter
welchen Bedingungen die Synergien durch die Energienutzung von Landschaftspflegeresten
genutzt werden können. Das Projekt hat deutlich gemacht, dass insbesondere für die Ver-
wertung von Holzschnitt aus der Landschaftspflege gute Möglichkeiten bestehen.
Auch im Rahmen des von der Heidehofstiftung geförderten Projektes zu Erfolgsmodellen der
energetischen Nutzung von Landschaftspflegematerial (DVL 2008) wurden interessante
Praxisbeispiele aufgezeigt.

Im Bereich der energetischen Verwertung von anderen organischen Reststoffen, wie zum
Beispiel halmgutartigem Schnittgut aus der Landschaftspflege, gibt es erfolgreiche Versuche
(vgl. z.B. Carius 2008). Die vorhandenen Aktivitäten und Konzepte sind jedoch sehr dezen-
tral, kleinräumig und daher auch in der Fachwelt in der Regel nur vereinzelt und zufällig be-
kannt. Gerade weil sich erfolgreiche Projekte häufig dadurch auszeichnen, dass sie besonders
gut auf die individuellen örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten sind, kann man nur schwer
allgemeingültige Hinweise und Empfehlungen für eine erfolgreiche Projektrealisierung geben.
Daher ist es umso wichtiger, die guten Beispiele einer breiteren Fachöffentlichkeit als Anreg-
ungen zu präsentieren und ihre Vorbildfunktion zu nutzen.
Klimaschutz
Die Verwertung von regional anfallender schadstofffreier Biomasse aus der Landschaftspflege
anstelle fossiler Brennstoffe ist dazu geeignet, die CO2-Emissionen weiter zu minimieren und
damit das globale Klimaschutzziel des Kyoto-Protokolls zu unterstützen.

Die Energiegewinnung mit dezentral gekoppelter Kraft-Wärme-Nutzung gilt als sinnvolle Alter-
native für eine zukunftsweisende Ressourcenschonung und zur Reduzierung der klimaschädi-
genden CO2-Emissionen. Um zukünftig die Nutzung fossiler und über weite Distanzen import-
ierter Rohstoffe zur Erzeugung von Fernwärme und Strom dauerhaft zu reduzieren, sollen na-
tur- und umweltschonende Projekte verstärkt Schule machen.
Zielsetzung
Zentrales Ziel des Vorhabens ist es, eine öffentliche Fachtagung durchzuführen um die Mög-
lichkeiten für Synergien zwischen Biomassenutzung und Naturschutz sowie Landschaftspfle-
ge aufzuzeigen und vorbildhafte Beispiele, die zur Nachahmung anregen, zu präsentieren
und zu diskutieren.
Ausgehend von den bereits bekannten Beispielen sollen im Vorlauf des Projektes weitere
aktuelle nachahmenswerte Ansätze recherchiert und auf der Internetseite des DVL präsen-
tiert werden. Auf der Tagung soll dann den Protagonisten der besonders nachahmenswerten
Ansätze die Möglichkeit geboten werden, ihre Konzepte einer breiten Fachöffentlichkeit vor-
zustellen.

Neben Präsentation der Best Practice Beispiele soll in parallelen Fachforen das Angebot ge-
macht werden, Detailfragen der energetischen Nutzung von Landschaftsmaterial vertiefend
mit Experten aus Praxis und Wissenschaft zu diskutieren. Dieses betrifft insbesondere ener-
gietechnische, organisatorische und naturschutzfachliche Fragen.





Hier finden Sie ausführliche Hintergrundinformationen zum Thema  !
Zusammenfassung der Fachtagung in Berlin

Best Practice
Übersichtskarte mit
Beispielen in Deutschland
Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen-Anhalt Sachsen Thüringen Nordrhein-Westfalen Hessen Rheinland-Pfalz Saarland Baden-Württemberg Bayern
Für Informationen klicken Sie
bitte auf die Deutschlandkarte.

Kontakt & Infos
Haben Sie Fragen oder Anregungen? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:

Projektträger

DVL-Bundesgeschäftsstelle
Christof Thoss
Feuchtwanger Str. 38
D-91522 Ansbach
Tel. +49-(0)981-4653-3546
Fax +49-(0)981-4653-3550
eMail: thoss(at)lpv.de



Bosch & Partner GmbH
Berlin-München-Herne-Hannover
Dr. Wolfgang Peters
Streitstraße 11 - 13
D- 13587 Berlin
Tel.: 030-56738398
eMail: w.peters(at)boschpartner.de
eMail: l.morkel(at)boschpartner.de



„Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“.