Pressemitteilungen des DVL
18.07.08

Landschaftspfleger erhöhen Lebensqualität in Städten: „Blüten statt Platten“ – in Chemnitz haben bunte Wiesen eine Chance

Chemnitz / Ansbach, den 18.07.2008: Ostdeutschlands Großstädte wandeln sich. Durch den Rückbau nicht mehr benötigter Wohnquartiere – vor allem in den Plattenbausiedlungen der Peripherien – entsteht Freiraum. Um dort nicht eintönigen Rasen mit hohem Pflegeaufwand zu schaffen hat der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) in Chemnitz nach einer Alternative geforscht. Entstanden sind bunte Blumenwiesen, die selbst von der UNESCO prämiert wurden.  
In Chemnitz müssen jährlich mehr als 2.500 ha Grünflächen gepflegt werden. In dieser Stadt engagiert sich der DVL deshalb seit 2005 mit seinen Partnern, der Lokalen Agenda, dem Naturhof Chemnitz-Adelsberg und dem NABU-Regionalverband Erzgebirge, für neue Methoden in Sachen Grünlandpflege. „Gerade haben wir sogar ein abgerissenes Schulgelände mit samenreichem Mähgut aus blütenbunten Wiesen des Stadtgebietes bedeckt. Daraus wird sich in einem Jahr eine ökologisch hochwertige Wiese entwickeln“, so DVL-Projektleiter René Schubert. Insgesamt hat der DVL damit in Chemnitz mehr als drei Hektar bunte Wiesen geschaffen. „Die simple Methode, hierzu das samenreiche Mähgut von benachbarten Blumenwiesen aufzutragen, hat sich bestens bewährt,“ so Schubert. Dieser Ansatz hilft den beteiligten Wohnungsgenossenschaften dreifach, denn diese sparen den teuren Mutterbodenauftrag für normale Rasenflächen, die Entsorgungskosten der Biomasse aus den Spenderflächen und das ansonsten oft monatlich übliche Rasen-Traktor-Geschwader auf den Kurzschnittrasen. „Wir erhoffen uns deshalb, dass diese neue Methode der Grünflächenanlage und –pflege auch in anderen Städten übernommen wird, wo Plattenbauten für Freiflächen weichen,“ so DVL-Geschäftsführer Wolfram Güthler.

Wo farbige Blumenwiesen mit Rotem Zahntrost, Kleinem Klappertopf, Rauer Nelke und voller Schmetterlinge als Grünfinger und Biotopverbund in die Stadtrandsiedlungen greifen, ist die Akzeptanz bei den Anwohnern kein Problem. Doch anfangs war Aufklärung wichtig: Denn Naturwiesen sehen „wilder“ aus als der gewohnte Golf-Rasen. Die Information hat der DVL mit Chemnitzer Wiesen-Kunst-Wettbewerben für Schulklassen auf künstlerische Weise geleistet. Auch die  Artenvielfalt der neu geschaffenen Lebensräume wurde unter breiter Beteiligung der Bevölkerung erforscht. Die UNESCO war von diesen Aktivitäten begeistert und hat das Chemnitzer Wiesennetzwerk zum offiziellen Vorzeigebeispiel 2008/2009 der UN-Weltdekade für nachhaltige Entwicklung ernannt.  

Näheres kann in  der Broschüre „Natur findet Stadt – (Bio)Diverses aus Chemnitz“ nachgelesen werden. Bezug gegen Erstattung der Versandkosten beim DVL (Feuchtwanger Str. 38, D-91522 Ansbach, Fax.: 0981-4653–3550, E-Mail: bestellung@lpv.de).

Hinweise für die Presse:
Rezensionsexemplare können kostenlos beim DVL angefordert werden.

Kontakt Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V.,
Landesbüro Sachsen
René Schubert
Lange Str. 43, 01796 Pirna
Tel.: 03501-4676523  Fax: 03501-4676525
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