| Großer Abendsegler
(Nyctalus noctula) Mit ca. 30 g Gewicht ist der Abendsegler nach dem Mausohr die zweitgrößte einheimische Fledermausart. Typische Kennzeichen sind sein samtiges braunes Fell, seine relativ kurzen und breiten Ohren und der pilzförmige Hautlappen an der Ohrbasis. Lange schmale Flügel ermöglichen eine schnelle Jagd im hindernisfreien Luftraum. Ähnlich vielen Zugvögeln legt der Abendsegler zweimal jährlich weite Strecken zwischen Sommer- und Wintergebieten zurück. Er kann dabei Entfernungen von mehr als 1 000 km überbrücken, beispielsweise zwischen dem nördlichen Brandenburg und der Schweiz. Das Schwerpunktgebiet der sommerlichen Wochenstuben, in denen zwischen 20 und 50 Weibchen gemeinsam ihre Jungen großziehen, liegt im Norden und Nordosten Deutschlands und Europas. Die Wintergebiete sind weniger gut eingrenzbar. |
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Während der Zugzeit, im April/Mai und ab
August können an Orten, an denen im Sommer nur wenige oder kaum Tiere zu beobachten sind,
teilweise große Ansammlungen von Abendseglern gezählt werden, zum Beispiel entlang
großer Flüsse. Hier übernehmen vor allem die Auwälder für die Zugphasen und
Überwinterung eine wichtige Rolle als Quartier- und Nahrungsgebiet. Große
Winterschlafgesellschaften sind für den Abendsegler typisch. Bis zu 5 000 Individuen
konnten in einer Brücke bei Kiel registriert werden, aber auch in alten Bäumen finden
sich schon mal mehrere hundert Tiere in Höhlen oder Stammrissen zusammen. Der Große
Abendsegler nutzt Baumquartiere zu jeder Jahreszeit, auch hohle Äste im Kronenbereich
sind ein beliebter Unterschlupf. Im Sommer werden die Quartiere unter Umständen alle zwei
bis drei Tage gewechselt. Mehrere Höhlen in direkter Nachbarschaft sind für das
Sozialverhalten vor allem zur Paarungszeit wichtig. <zurück |
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