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"Innovative Projekte"

Beweidungsprojekt „Aurachochse“, Landkreis Bamberg

Der Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg hat mit seinem Projekt „Aurachochse“ dafür gesorgt, dass der hier ehemals heimische Auerochse wieder in das Aurachtal zurückkehrt. Dabei hat der Landschaftspflegeverband gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: er schuf eine touristische und gastronomische Attraktion, verfügt über einen interessanten Einstieg in die Umweltbildung zum Thema Flussauen und verbesserte den Biotopverbund zwischen den Steigerwaldtälern und dem Regnitztal.

Die ganzjährige Beweidung hält den feuchten Aurachgrund mit seinen zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten offen, da die Heckrinder aufkommendes Gebüsch verbeißen. Die Heckrinder sind die moderne Zuchtform der Auerochsen. Die Herde hat sich mittlerweile in der Region als Tourismusmagnet entpuppt und liefert dabei noch eine regionale Spezialität für die Gastronomie.
Die Herde, die im März und April 2006 in die Weide eingesetzt wurde, umfasst derzeit 14 Tiere.
Die „Erlebnistour Aurachtal“, ein Radrundweg, führt entlang der Weide von Stier „Luzifer“ und seiner Familie. Auch künftig werden Exkursionen zur Weide und in die Auen angeboten. Besonders freut die Initiatoren, dass die Herde vom Landkreis Bamberg in das begleitende Programm zur Landesgartenschau 2012 aufgenommen wurde.

Dieses multifunktionale Vorhaben verdiente die Auszeichnung mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis 2008.

Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und Gewässererhaltung, Thüringer Grabfeld

Seit 1997 unterstützt der Landschaftspflegeverband "Thüringer Grabfeld"  seine Mitgliedsgemeinden bei der Unterhaltung von Fließgewässern 2. Ordnung. In den vergangenen 10 Jahren hat der Landschaftspflegeverband so 287 km Gewässer  betreut und dort Pflegemaßnahmen durchgeführt. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit mit den Kommunen wurde ein „Drei-Phasen-Modell Gewässerunterhalt“ entwickelt und ausgeführt.

Dabei unterstützt der Landschaftspflegeverband seine Mitglieder bei der Umsetzung der gesetzlichen Forderungen. Kernstück ist die umfassende Beteiligung aller Betroffenen im Rahmen einer Flussschau. Diese Veranstaltungen moderierte immer er Landschaftspflegeverband effektiv, praxisorientiert und lösungsorientiert. Der Landschaftspflegeverband übernimmt damit eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie an kommunalen Gewässern. In aktuellen Betreuungsverträgen hat der Landschaftspflegeverband 270 km Flusslauf in Pflege.

Der Landschaftspflegeverband hat hier Pionierarbeit geleistet, für die er den Deutschen Landschaftspflegepreis 2008 erhält.

"Engagierte Personen"

Landwirte Christel und Harry Bergmann - Govelin (Niedersachsen)

Das Landwirtehepaar Bergmann engagiert sich seit Jahren in herausragender Weise für den Schutz von Ackerwildkräutern.
Extensiver Ackerbau, die Anlage und Pflege von Blühstreifen und viele Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt auf Ackerstandorten ist für sie Herzensangelegenheit.
Seit vielen Jahren bewirtschaften die beiden 50 von 80 ha Ackerfläche unter Ackerwildkraut-Gesichtspunkten. Dabei gehört ihr besonderes Augenmerk der Acker-Feuerlilie. In Govelin, auf den Feldern der Familie Bergmann, existiert die einzige noch nennenswerte Population weltweit, auch weil sie über Jahre für große Flächen Verträge zur extensiven Nutzung abgeschlossen hatten. Die Acker-Feuerlilie war im 19. Jahrhundert in Nordeuropa noch fast flächendeckend verbreitet. Mittlerweile ist sie aus Europa fast vollständig verschwunden.

Dabei geht es ihnen nicht nur um den Schutz der Pflanzen an sich, sie laden auch regelmäßig zur Blütezeit zu einem internationalen Symposium mit umfangreichem Rahmenprogramm ein. Dort treffen sich nicht nur Ackerwildkraut-Experten aus ganz Europa, auch "Otto Normalverbraucher" kann die Schönheiten des Ackers anschauen und kennenlernen. Dazu wurde etwa 2003 der „Feldlilienpfad Govelin“ geschaffen.

Diese langjährige Engagement mit viel Herzblut wurde 2008 mit dem Deutschen Landschaftspflegepreis ausgezeichnet.

Dr. Aribert Bach, Landschaftspflege-Agrarhöfe Kaltensundheim/Rhön (Thüringen)

Dr. Aribert Bach, Gründungs- und aktives Vorstandsmitglied des Landschaftspflegeverbandes „Biosphärenreservat Thüringische Rhön“ seit 1991 prägt mit seiner Weitsicht und seinen hervorragenden fachlichen Kenntnissen wesentlich die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes.

Als Geschäftsführer der Landschaftspflege-Agrarhöfe Kaltensundheim, die seit 1990 im Biosphärenreservat Rhön aktiv sind und seit 1991 nach den Richtlinien des ökologischen Landbaues produzieren, setzt er sich engagiert in der Landschaftspflege, der Regionalvermarktung und dem Erhalt des Rhönschafs ein. Damit war das Unternehmen eines der ersten in Thüringen, das auf ökologischen Landbau umgestellt hat, und es ist mit 2.500 ha Betriebsfläche auch eines der größten bundesweit.

Bei der Vermarktung regionaler Produkte leistete Dr. Bach erfolgreich Pionierarbeit. So versorgen die Agrarhöfe GmbH 1200 Haushalte über einen Lieferservice mit Frischmilch, führen einen Hofladen und vermarkten gemeinsam mit 8 hessischen und fränkischen Bauernhöfen. Das Unternehmen ist damit auch einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Besondere Verdienste hat sich Herr Dr. Bach bei der Erhaltung des Rhönschafes erworben. Sein Unternehmen ist anerkannter Herdbuchzuchtbetrieb und hat zur Erhaltung dieser alten Haustierrasse eine Herde mit 500 Mutterschafen in seinem Betrieb wieder aufgebaut.

In verschiedenen Gremien vertritt er die Interessen seines Berufsstandes und setzt sich in besonderer Weise für die kargen, steilen, aber auch besonders reizvollen Mittelgebirgsregionen ein. Er ist u.a. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Benachteiligte Gebiete und Mitglied im erweiterten Präsidium des Thüringer Bauernverbandes.

Für sein langjähriges Engagement erhält Dr. Bach den Deutschen Landschaftspflegepreis 2008.

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Feuchtwanger Straße 38 · 91522 Ansbach
Tel.: +49 (0)981-4653-3540 · E-Mail: info@lpv.de · Internet: www.lpv.de